Ein Möchtegern-Influencer als Demo-Störer: Er diskutiert laut und nervt mit Handykamera, die er anderen Menschen viel zu nah vors Gesicht hält. Auf Krawall gebürstet? Straftaten bei drei Demonstrationen brachten Stephan B. (48) nun erneut vor Gericht. Der Verteidiger konterte: „Die Polizei hat ihn auf dem Kieker.“ B. wird der rechten Szene zugeordnet.
Sein Strafregister ist lang: Schon 30 Einträge
Er zeigte sich vor der Richterin beherrscht: „Ich sage mal besser nichts.“ Um dann doch zu jammern: „Ich wurde von Demonstranten aus dem linken Spektrum an Fotoarbeiten gehindert.“ Er sei als Journalist unterwegs gewesen.
Die Richterin: „Erlernter Beruf?‘ B. mit breitem Lächeln: „Mehrere Ausbildungen angefangen.“ Informatiker, Elektroniker, Elektriker. Der Mann aus Friedrichshain: „Leider nichts abgeschlossen.“ Und jetzt? „Arbeitslos, beziehe Bürgergeld.“ Nebenbei betreibe er Kanäle auf YouTube und TikTok – „wirft aber nichts ab, nur ein Zuschussgeschäft.“
Sein Strafregister ist ellenlang: 30 Einträge hat er sich bereits eingehandelt. Strafen wegen versuchter Körperverletzung, Schwarzfahrens, Widerstands, Nötigung, Sachbeschädigung.
Um sieben Taten ging es nun. Er soll versucht haben, Demonstranten und Polizisten zu attackieren. Erster Fall im aktuellen Prozess: 7. Dezember 2024 in der Karl-Liebknecht-Straße in Berlin-Mitte. Mehrere Tausend Menschen waren für die Legalisierung von Abtreibungen in Deutschland auf die Straße gegangen.
Ein Polizist (40): „Er stand auf einem Tisch, war den Leuten sehr nah und filmte, Versammlungsteilnehmer fühlten sich gestört.“ Sie hielten ihm ein Transparent vor die Nase, er schlüpfte unten durch, schlug laut Anklage nach hinten in Richtung von Demonstranten. Als ein Polizist schlichten wollte, schob er den Arm des Beamten zur Seite.


