9 Monate auf Bewährung

Auf Krawall gebürstet: Der rechte „Aua, aua“-Schauspieler jammert jetzt vor Gericht

Ein 48‑jähriger Demo-Störer aus Friedrichshain wurde erneut verurteilt: neun Monate auf Bewährung wegen Angriffen auf Polizisten und Teilnehmer.

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Da grinste er noch: Stephan B. (48) stand wegen gefährlicher Körperverletzung und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte dem Richter.
Da grinste er noch: Stephan B. (48) stand wegen gefährlicher Körperverletzung und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte dem Richter.Pressefoto Wagner

Ein Möchtegern-Influencer als Demo-Störer: Er diskutiert laut und nervt mit Handykamera, die er anderen Menschen viel zu nah vors Gesicht hält. Auf Krawall gebürstet? Straftaten bei drei Demonstrationen brachten Stephan B. (48) nun erneut vor Gericht. Der Verteidiger konterte: „Die Polizei hat ihn auf dem Kieker.“ B. wird der rechten Szene zugeordnet.

Sein Strafregister ist lang: Schon 30 Einträge

Er zeigte sich vor der Richterin beherrscht: „Ich sage mal besser nichts.“ Um dann doch zu jammern: „Ich wurde von Demonstranten aus dem linken Spektrum an Fotoarbeiten gehindert.“ Er sei als Journalist unterwegs gewesen.

Die Richterin: „Erlernter Beruf?‘ B. mit breitem Lächeln: „Mehrere Ausbildungen angefangen.“ Informatiker, Elektroniker, Elektriker. Der Mann aus Friedrichshain: „Leider nichts abgeschlossen.“ Und jetzt? „Arbeitslos, beziehe Bürgergeld.“ Nebenbei betreibe er Kanäle auf YouTube und TikTok – „wirft aber nichts ab, nur ein Zuschussgeschäft.“

Sein Strafregister ist ellenlang: 30 Einträge hat er sich bereits eingehandelt. Strafen wegen versuchter Körperverletzung, Schwarzfahrens, Widerstands, Nötigung, Sachbeschädigung.

Um sieben Taten ging es nun. Er soll versucht haben, Demonstranten und Polizisten zu attackieren. Erster Fall im aktuellen Prozess: 7. Dezember 2024 in der Karl-Liebknecht-Straße in Berlin-Mitte. Mehrere Tausend Menschen waren für die Legalisierung von Abtreibungen in Deutschland auf die Straße gegangen.

Ein Polizist (40): „Er stand auf einem Tisch, war den Leuten sehr nah und filmte, Versammlungsteilnehmer fühlten sich gestört.“ Sie hielten ihm ein Transparent vor die Nase, er schlüpfte unten durch, schlug laut Anklage nach hinten in Richtung von Demonstranten. Als ein Polizist schlichten wollte, schob er den Arm des Beamten zur Seite.

Das Urteil: 9 Monate Haft auf Bewährung

Im Mai 2025 fiel er bei einer Demo in Prenzlauer Berg auf. Ein Polizist (32): „Er diskutierte mit Teilnehmern lautstark.“ Man habe ihm einen Ort zugewiesen, dort aber blieb er nicht. Als er weggeführt werden sollte, reagierte er mit Geschrei mit Slapstick-Nummer: „Er ließ sich auf den Boden fallen.“ Zeterte: „Aua, aua.“ Und verschwand dann flink.

Schließlich griff er am 11. September zu seinem Stativ, das zu Boden gefallen war. Ein Polizist: „Es sauste an meiner Nasenspitze vorbei.“ Man kenne B. von vielen Demos – „er ist laut, aufgeregt, wirkt aggressiv.“ Der Staatsanwalt: „Er nutzt das Presserecht, um in Kontakt mit politischen Gegnern zu kommen.“

Das Urteil: Wegen tätlichen Angriffs auf Polizisten, versuchter Körperverletzung und Widerstands neun Monate Haft auf Bewährung.