Wieder geht ein Geschäft in die Knie. Ende April wird die „Bekarei“ in der Dunckerstraße in Prenzlauer Berg ihren Betrieb einstellen – nach knapp 20 Jahren. Das bestätigte der Inhaberin Paula Gouveia der Regionalredaktion von t-online in Berlin. Zuvor hatte das Kiezmagazin „Loky“ darüber berichtet.
Abschiedsparty wurde bereits am 12. April gefeiert
Demnach war die Abschiedsparty bereits am 12. April. „Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir uns entschieden, den Standort nicht weiterzuführen“, sagte Gouveia t-online. Der Mietvertrag laufe bald regulär aus.
Kunden reagieren auf das Aus „traurig und enttäuscht“
Neben den allgemein steigenden Kosten seien auch der intensive Wettbewerb sowie höhere Mieten für das Aus der Bäckerei mitverantwortlich. Sie hätten sich gewünscht, die „Bekarei“ weiter dort betreiben zu können. Kunden hätten sich „traurig und enttäuscht über die Schließung“ gezeigt. Die Reaktionen seien sehr emotional gewesen, sagte Gouveia.
Einen alternativen Standort gebe es nicht. „Der Betrieb eines Standorts ist sehr aufwendig, während die wirtschaftlichen Spielräume zunehmend kleiner werden“, fasste sie zusammen.

Kosten in den Betrieben sind explodiert
Dass solche Sätze in Berlin derzeit immer häufiger fallen, hat handfeste Gründe. Branchenverbände beschreiben seit Monaten eine Lage, in der Umsätze und Kosten auseinanderlaufen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) verweist etwa darauf, dass das Gastgewerbe nach Daten des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 2025 real 15,1 Prozent weniger umsetzte als 2019, und spricht von weiter steigenden Belastungen.
Die Stimmung in den Betrieben sei angespannt, weil „die Kosten explodieren“ und Gäste preissensibler werden. Dazu passt, dass die allgemeine Teuerung gegenüber den Spitzenjahren zwar abgeflaut ist, aber auf hohem Niveau bleibt. Gerade in Kiezen wie Prenzlauer Berg hängt für viele Betriebe alles vom täglichen Kundenbesuch ab.
Der Betrieb eines Standorts ist sehr aufwendig, während die wirtschaftlichen Spielräume zunehmend kleiner werden.
Die „Bekarei“ will ein neues Kapitel starten
Für die „Bekarei“ endet damit ein Kapitel, aber nicht die Marke. Stattdessen wolle man sich jetzt auf das Angebot über B2B-Partner (Business-to-Business) sowie für Privatkunden über den Onlineshop und Plattformen wie „Knuspr“ und „Bio Company“ konzentrieren.
Die „Bekarei“ besteht eigenen Angaben zufolge seit 2006 und produziert neben portugiesischen Spezialitäten auch Burgerbrötchen, japanisches Brot (Shokupan) und Hot-Dog-Brötchen. Die hauseigene Fabrik befindet sich am Segelfliegerdamm in Treptow-Köpenick.


