Wer am Flughafen BER mit einer Zigarettenstange zu viel, einem Koffer voller Bargeld oder verbotenen Souvenirs durch den Zoll will, sollte sich warm anziehen. Die Beamten kontrollierten 2025 so viele Reisende und Gepäckstücke wie noch nie zuvor. Das Ergebnis: Tausende Verstöße und ein Cannabis-Rekord, der selbst erfahrene Zöllner staunen ließ.
Historischer Cannabis-Fund am BER
Am Hauptstadtflughafen war im vergangenen Jahr so viel los wie nie. Rund 26 Millionen Passagiere starteten oder landeten am Flughafen Berlin Brandenburg. Mit dem Rekord an Fluggästen nahm auch die Zahl der Kontrollen deutlich zu. Noch nie überprüfte der Zoll so viele Reisende, Gepäckstücke und Frachtsendungen wie 2025. Das geht aus einer Auswertung des Hauptzollamts Potsdam hervor, die dem RBB vorliegt.
Mehr Kontrollen bedeuten allerdings nicht automatisch mehr Schmuggel. Zwar registrierten die Beamten gut 9200 Verstöße und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Trefferquote bei den Kontrollen leicht. Laut Zoll hängt die Zahl der entdeckten Verstöße von vielen Faktoren ab – etwa von der Zahl der Kontrollen, dem verfügbaren Personal, gezielten Ermittlungen oder schlicht vom Zufall bei spektakulären Einzelfunden.
Für die größten Aufreger sorgten vergangenes Jahr gleich mehrere Drogenfunde. Besonders Cannabis ließ die Statistik explodieren. Insgesamt stellte der Zoll fast 141 Kilogramm sicher, so viel wie noch nie zuvor am BER.

Den größten Anteil daran hatte ein spektakulärer Fund im April 2025. Damals erschnüffelte eine Zollhündin 68 Kilogramm Cannabis im Gepäck zweier Fluggäste, die über Doha aus Bangkok eingereist waren. Nach Angaben des Zolls war es der größte Cannabis-Fund in der Geschichte des Hauptstadtflughafens. Hinzu kamen weitere große Marihuana-Funde, sodass sich die Gesamtmenge deutlich erhöhte.
Am häufigsten werden Tabak und Bargeld geschmuggelt
Auffällig: Obwohl deutlich mehr Drogen sichergestellt wurden, sank die Zahl der einzelnen Rauschgiftfälle. Die Beamten fanden also seltener Betäubungsmittel, dafür aber wesentlich größere Mengen pro Fund. Anfang Juni 2025 stoppten Beamte einen 22-Jährigen kurz vor seinem Flug nach Hongkong. In seinem Gepäck entdeckten sie 16 Kilogramm Ketamin. Auch so eine hohe Menge gab es am Flughafen noch nie. Aber nicht nur Drogen sorgen für Ärger.
Die meisten Verstöße haben nichts mit Drogen zu tun. Am häufigsten erwischt der Zoll Reisende mit unverzollten Tabakwaren, weil mehr Zigaretten eingeführt werden, als erlaubt ist. Regelmäßig greifen die Beamten außerdem bei Bargeldkontrollen ein. Im vergangenen Jahr entdeckte der Zoll dabei sogar einen mittleren sechsstelligen Geldbetrag.



