Es war ein Schock für viele Berliner, das Ende einer Ära nach 117 Jahren: Der traditionsreiche Möbelladen Möbel Hübner macht zu! KURIER berichtete bereits über die Schließung, mit der auch ein Stück Berliner Handelsgeschichte verschwindet. Aktuell läuft der große Ausverkauf, Kunden gehen noch einmal auf Schnäppchenjagd. Jetzt meldet sich der Chef des Unternehmens zu Wort – und erklärt, warum die Berliner Institution am Ende ist.
Chef von Möbel Hübner verrät Gründe für das Aus
In einem Interview mit der Zeitung B.Z. legte Geschäftsführer Albert Türklitz die Gründe für die Schließung dar. Das Aus von Möbel Hübner nach 117 Jahren – es hat viele Berlinerinnen und Berliner geschockt. Doch scheinbar geht es nicht anders: Die Zukunft spreche gegen ein Haus wie Möbel Hübner, sagt er. Seine Prognose: Der Onlinehandel wird auch im Möbelbereich in den kommenden Jahren noch stärker werden.
Hinzu kommen schwierige wirtschaftliche Voraussetzungen. „Umsätze und Nachfrage sind aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage gedämpft“, erklärt der Geschäftsführer dem Blatt. Neue Möbel werden nicht immer sofort gekauft – wer eine neue Küche oder neue Schränke braucht, schiebt die Investition in schwierigen Zeiten oft lieber noch etwas auf.

So endet nach 117 Jahren eine Ära! Im Februar 1871 entstand mit einer Tischlerei in Brandenburg an der Havel die Grundlage für das spätere Möbelhaus. 1964 zog die Firma in einen Neubau in der Genthiner Straße 41. So kennen es die Berlinerinnen und Berliner! Die Menschen aus dem Westen konnten hier schon früher einkaufen, die in der DDR sahen das Möbelhaus in der Werbung im Fernsehen. Der Werbespruch „Ich soll sie schön grüßen – von Möbel Hübner!“ ist ein Stück Berliner Handelsgeschichte. Auch nach der Wende stürmten Tausende Ost-Berliner das Haus, um ihre alten DDR-Möbel gegen schöne, neue Dinge aus dem Westen einzutauschen.
Möbelhaus Hübner verursacht zu hohe Kosten
Nun ist Schluss – und das liegt auch an den Kosten, die ein solches Haus verursacht, erklärt der Geschäftsführer. Energie ist teuer, die ganzen Lampen, die ein Einrichtungshaus für die Kunden richtig ausleuchten, fressen viel Strom. Noch dazu wird es laut Möbelhaus-Boss Türklitz schwieriger, gutes Personal zu finden. Ein Problem, das es auch anderswo gibt. Der Handel sei als Arbeitsplatz nicht mehr beliebt, sagt er.




