Milliarden Euro muss Berlin einsparen. Und der Sparhammer der schwarz-roten Koalition trifft nicht nur die Kultur- und Sozialbereiche. Jetzt bittet auch der Senat die Berliner Studenten zur Kasse. Die Semestergebühren sollen kräftig ansteigen.
Wer in Berlin studiert, muss schon jetzt tief in die Geldbörse greifen. Nicht nur für Wohnraum, wo so mancher Student noch Glück hat, wenn er monatlich mit 500 Euro Miete für eine WG-Bude davonkommt. Auch für das Lernen und alles, was mit dem Studium zusammenhängt, verursacht noch zusätzliche Kosten.
Etwa 300 Euro sind es für das derzeitige Wintersemester 2024/25: 50 Euro Verwaltungsgebühr, 63 Euro kostet der Beitrag für das Studentenhilfswerk, 176,40 werden für das Semesterticket (Fahrschein für BVG und S-Bahn) gelöhnt – macht zusammen 299,35 Euro.
Doch ab Februar können die Kosten für das bevorstehende Sommersemester noch höher werden. Denn die Senatsverwaltung für Wissenschaft muss insgesamt 250 Millionen Euro einsparen. Das trifft nicht nur die Unis, sondern auch jeden Studenten, von denen es rund 170.000 in Berlin gibt.
Sparhammer trifft Studenten: Semesterbeitrag soll um 22 Euro erhöht werden
Und diese müssen offenbar künftig 22 Euro mehr für ihren Semesterbeitrag zahlen. Das sagte die Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Konkret geht es um den Beitrag für das Studierendenwerk, den sogenannten Sozialbeitrag.

„Es ist davon auszugehen, dass der Verwaltungsrat für 2025 den Sozialbeitrag pro Semester von derzeit 63 Euro auf etwa 85 Euro anheben wird. Damit würde Berlin noch knapp unter dem Bundesdurchschnitt liegen“, sagte die Wissenschaftssenatorin.
Die Sparpläne sehen unter anderem vor, dass die Zuschüsse an das Studierendenwerk um rund 6,5 Millionen Euro gekürzt werden. Die Details müssten noch im Verwaltungsrat des Studierendenwerks besprochen werden, sagt die Senatorin.
Senat-Sparhammer: 250 Millionen Euro weniger für Bildung und Wissenschaft
Insgesamt muss die Wissenschaftsverwaltung kommendes Jahr 250 Millionen Euro einsparen. „Natürlich ist das schmerzhaft“, sagt Czyborra. Die Universitäten hätten aber hohe Rücklagen, mit denen ein nennenswerter Teil der Lücken gestopft werden könne, so die Senatorin.
Allerdings: „Wenn diese Kürzungen über die nächsten Jahre in entscheidender Höhe aufrechterhalten werden, dann kann das auch Abbau von Personal und Studiengängen bedeuten.“ Auch Studienplätze könnten unter Umständen abgebaut werden. Die Forschungsstärke Berlins solle darunter aber auf keinen Fall leiden.




