Dass in Berlin viele Fahrräder geklaut werden, ist kein Geheimnis. So gut wie jedem Radfahrer wurde schon mal ein Drahtesel aus dem Innenhof oder dem Fahrradständer am S-Bahnhof gemopst. Lediglich das durchgeknipste Schloss bleibt in der Regel übrig. Eine neue Statistik zeigt jetzt, wie viele Fahrräder in Berlin im vergangenen Jahr gestohlen wurden – und wo die Hotspots sind.
Mehr als 20.000 Fahrräder in Berlin stibitzt
So schlimm ist die Lage in Berlin in Sachen Fahrraddiebstahl! Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat dazu eine Anfrage des Abgeordneten Vasili Franco (Grüne) beantwortet – mit ernüchternden Zahlen: Mehr als 20.000 Fahrräder wurden im Jahr 2025 in Berlin geklaut. Und das sind nur die gemeldeten Fälle, die Dunkelziffer dürfte also noch höher sein.
Bitter: Die Aufklärungsquote zum Diebstahl von Fahrrädern lag im Jahr 2025 bei mickrigen 4,9 Prozent. Es konnten 874 tatverdächtige Personen ermittelt werden. Der Gesamtschaden für das Jahr 2025 beträgt 27.248.652 Euro.
Mitte und Kreuzberg sind die Diebstahl-Bezirke
In welchen Bezirken wird am meisten geklaut? An der Spitze steht Berlin-Mitte: Hier wurden im vergangenen Jahr sage und schreibe 3943 Fahrräder gestohlen. In Friedrichshain-Kreuzberg waren es 2786.
Platz drei belegt Pankow: Hier wurden 2569 Drahtesel entführt. Danach folgen Charlottenburg-Wilmersdorf (1933 Diebstähle), Tempelhof-Schöneberg (1831 Diebstähle) und Neukölln (1599 Diebstähle).

Die wenigsten Fahrräder wurden in Marzahn-Hellersdorf (538 Diebstähle) und Spandau (476 Diebstähle) gestohlen.
- Mitte 3943
- Friedrichshain-Kreuzberg 2786
- Pankow 2569
- Charlottenburg-Wilmersdorf 1933
- Tempelhof-Schöneberg 1831
- Neukölln 1599
- Treptow-Köpenick 1289
- Steglitz-Zehlendorf 1221
- Lichtenberg 1164
- Reinickendorf 837
- Marzahn-Hellersdorf 538
- Spandau 476
In diesen Kiezen ist es am schlimmsten
Aus der Statistik gehen auch die Planungsräume (Kieze) hervor, in denen die allermeisten Fahrräder innerhalb eines Ballungsraums gestohlen wurden. Anders als man vielleicht denken würde, liegt in den Top Five kein einziger Hotspot in Neukölln oder Kreuzberg.
Auf Platz 1 steht Alt-Treptow (Ortsteil in Treptow-Köpenick) mit 247 Fällen. Platz 2 belegt das Charitéviertel (Campus Charité Mitte) mit 206 Fällen. Allein in der Oranienburger Straße (Mitte) waren es 194 gestohlene Fahrräder.

Auch in der Invalidenstraße (Mitte) sollte man sein Fahrrad besonders gut abschließen – oder lieber gar nicht abstellen: Hier wurden vergangenes Jahr 176 Bikes geklaut. Im Humboldthain Nordwest (Mitte) waren es 164 Stück.
- Alt-Treptow 247
- Charitéviertel 206
- Oranienburger Straße 194
- Invalidenstraße 176
- Humboldthain Nordwest 164
- Wrangelkiez 158
- Unter den Linden 157
- Kameruner Straße 152
- Flughafenstraße 146
- Großer Tiergarten 135
- Reichenberger Straße Ost 134
- Urbanstraße 134
- Andreasviertel 134
- Westliche Müllerstraße 133
- Chamissokiez 133
- Alexanderplatzviertel 132
- Arkonaplatz 128
- Karl-August-Platz 123
- Stralauer Kiez 119
- Falkplatz 117
So kann man sein Fahrrad schützen – drei Tipps
Ein großer Schutzfaktor ist ein hochwertiges Schloss: In Berlin lohnt sich mindestens ein stabiles Bügel- oder Faltschloss, idealerweise kombiniert mit einem zweiten Schloss. Das Rad sollte immer am Rahmen und nicht nur am Vorderrad an einem festen Gegenstand angeschlossen werden, denn lose Zäune oder dünne Schilder werden schnell überwunden.

Ebenso wichtig ist der richtige Abstellort. Belebte, gut einsehbare Plätze oder Fahrradständer mit viel Publikumsverkehr schrecken Diebe eher ab als dunkle Hinterhöfe. Nachts wiederum ist ein abgeschlossener Kellerraum oder ein Fahrradraum deutlich sicherer als das Parken auf der Straße.
Zusätzlich hilft es, das Fahrrad weniger attraktiv zu machen: Auffällige Individualisierungen, eine Gravur oder Registrierung (z. B. bei der Polizei oder über Fahrradcodes) erhöhen die Hürde für den Weiterverkauf. Ein unscheinbares Erscheinungsbild und das Mitnehmen von leicht abbaubaren Teilen wie Sattel oder Fahrradcomputer können ebenfalls helfen.


