Berlin-Die Hauptstadt steht vor einer Wahl, die alles andere als Routine verspricht. Am 20. September 2026 wird das Abgeordnetenhaus neu gewählt – und Landeswahlleiter Stephan Bröchler sieht einige Herausforderungen. Mehr Wahlberechtigte, neue Stimmzettel, mögliche Volksentscheide: Das wird spannend.
Rekordzahl an Wahlberechtigten
Rund 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner dürfen diesmal ihre Stimme abgeben – deutlich mehr als bei der Wiederholungswahl 2023. Warum? Zum ersten Mal dürfen auch 16- und 17-Jährige mitwählen. Außerdem steigt die Zahl der Wahlberechtigten durch viele Einbürgerungen. Parallel finden die Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt, bei denen auch EU-Bürger abstimmen dürfen.

Auch optisch gibt es Änderungen: Der Stimmzettel wurde überarbeitet und ähnelt nun dem der Bundestagswahl – eine Seite für Erst- und Zweitstimme. Die Farbgestaltung wurde angepasst, damit Menschen mit Sehbehinderung besser lesen können. Schwarz und Blau sind jetzt kontrastreicher.
Kommt es wieder zu Pannen?
Die Wahl 2021 war ein Desaster: fehlende Stimmzettel, stundenlange Wartezeiten, Chaos pur. Diesmal soll alles anders laufen. Landeswahlleiter Bröchler verspricht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: Sollte es Fehler geben, werden sie sofort behoben und offen kommuniziert. Parallel zur Wahl könnte es zwei Volksentscheide geben – zu Außenwerbung und Autoverkehr in der Innenstadt. Das wiederum könnte die Abläufe verkomplizieren.

Damit es nicht wieder zu Warteschlangen kommt, erhöht Berlin die Zahl der Wahllokale auf rund 2550. Auch die Zahl der Wahlkabinen wird angepasst – bis zu sechs pro Standort. Rund 40.000 Wahlhelfer sollen im Einsatz sein, mehr als bei der letzten Bundestagswahl. Das Erfrischungsgeld liegt bei bis zu 120 Euro. Übrigens: Auch Erstwähler ab 16 dürfen helfen.
Cyberangriffe aus Russland als Risiko
Eine Gefahr bleibt jedoch in Sachen Berlin-Wahl: Cyberattacken. Bröchler warnt vor möglichen Störversuchen – auch aus Russland. Mit dem Ziel, die Glaubwürdigkeit der Wahl zu erschüttern. „Wir müssen uns darauf einstellen“, so der Landeswahlleiter. Berlin will sich möglichst wappnen, damit die Demokratie nicht ins Wanken gerät.


