Eishockey

Nach Angriff auf Kölner Fanbus: Eisbären verhängen Stadionverbote gegen Fans

18 Anhängern droht ein Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs. Dazu gibt es Stadionverbote bis 2028.

Author - Sebastian Krause
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Die Eisbären Berlin haben Stadionverbote gegen Fans ausgesprochen, nachdem einige den Reisebus der Gäste angegriffen hatten.
Die Eisbären Berlin haben Stadionverbote gegen Fans ausgesprochen, nachdem einige den Reisebus der Gäste angegriffen hatten.Andreas Gora/dpa

Das war ein Schock nach dem Play-off-Abend. Und jetzt ziehen die Eisbären Berlin knallhart Konsequenzen. Der Hauptstadtklub hat für den Angriff auf einen Fanbus der Kölner Haie gegen 18 Anhänger Stadionverbote ausgesprochen.

Verbote gelten bis Ende 2028

Die Angehörigen einer Ultra-Gruppe seien von der Polizei im Zusammenhang mit der Attacke eindeutig als Tatverdächtige identifiziert worden, teilt der Deutsche Meister mit. Die Verbote sind bis Ende 2028 gültig und gelten für die Uber-Arena, die Uber Eats Music Hall, den Uber Platz und das Sportforum Berlin.

Täter dürfen auf Jahre kein Ticket mehr kaufen

Die betreffenden Personen seien bereits am vergangenen Freitag beim fünften Halbfinale zwischen Berlin und Köln nicht mehr in der Arena gewesen. Am Montagabend gewannen die Eisbären die Serie und stehen im Finale.

Damit ist klar: Wer nach Ansicht der Ermittler bei der Gewalt dabei war, soll in Berlin auf Jahre kein Ticket mehr einlösen – und zwar nicht nur in der großen Eishockey-Heimat, sondern auf dem gesamten Areal rund um den Standort. Die Uber-Arena fasst bei Eishockeyspielen 14.200 Zuschauer.

Die Eisbären Berlin stehen nach einem Play-off-Sieg über die Kölner Haie im Finale.
Die Eisbären Berlin stehen nach einem Play-off-Sieg über die Kölner Haie im Finale.Beautiful Sports/imago

Fans attackieren Reisebus der Kölner Haie

Im unmittelbaren Umfeld der Arena in Friedrichshain war ein Reisebus mit den Fans der Rheinländer nach dem Halbfinal-Spiel am 12. April attackiert worden. 20 bis 30 vermummte Angreifer stürmten auf die Straße und schlugen nach Angaben der Polizei mit Fahnenstangen, Fäusten und Glasflaschen auf den Bus ein.

Der Bus fuhr nach dem Spiel auf der Mühlenstraße entlang, als in Höhe der Straße Am Oberbaum gegen 17 Uhr „rund 20 bis 30 vermummte Personen“ auf die Fahrbahn stürmten und den Bus attackierten. Einige Täter aus der Menge der Berliner Fans öffneten demnach die unteren Gepäckfächer des Kölner Busses und stahlen Fanartikel wie Trommeln und Fahnen. Andere Angreifer drangen in den Bus ein und verletzten einen Fahrgast durch einen Flaschenwurf.

Insgesamt werden 92 Personen überprüft

Als sich hinter dem Bus fahrende, zivil gekleidete Einsatzkräfte als Polizei zu erkennen gaben, zogen sich die Vermummten laut Polizei zu weiteren Eisbären-Fans zurück und wechselten dort ihre Kleidung. Mit Unterstützung weiterer Kräfte wurden anschließend 92 Personen angehalten und überprüft.

Die zuvor gestohlenen Gegenstände seien aus der Fan-Menge heraus später an die Einsatzkräfte übergeben worden. Alle überprüften Personen kamen nach Abschluss der Maßnahmen wieder auf freien Fuß. Die Ermittler leiteten Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs ein.

Ermittlungsverfahren gegen die Täter läuft

Bundesweite Stadionverbote werden durch die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ausgesprochen. Heißt: Neben dem Berliner Hausrecht kann auch ein überörtliches, ligaweites Verbot folgen, das dann nicht nur in Berlin greift.

Die Eisbären hatten sich schon unmittelbar nach dem Angriff eindeutig distanziert und Konsequenzen angekündigt. Gleichzeitig läuft das Ermittlungsverfahren weiter, und der Klub kündigt an, zu einem späteren Zeitpunkt mit den Beschuldigten sprechen zu wollen.

Auch Hertha BSC will Stadionverbote aussprechen

Stadionverbote im Berliner Sport sind keine Seltenheit. Ein ähnliches Mittel zieht auch Hertha BSC nach den Krawallen beim Spiel bei Dynamo Dresden in Betracht.

„Wenn wir die gewaltbereiten Täter ermittelt bekommen, werden wir Stadionverbote aussprechen“, kündigte Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich in der B.Z. an. „Die körperliche Unversehrtheit steht im Mittelpunkt, alle Beteiligten müssen sich an Regeln und Gesetze halten. Darüber gibt es überhaupt nichts zu diskutieren.“

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com