Ostern steht vor der Tür, und während die Wetter-Apps gefühlt im Stundentakt ihre Prognosen ändern, greifen viele lieber zu alten Bauernregeln. Doch was ist wirklich dran an den Sprüchen rund ums Osterwetter?
Klimatologe erklärt: Was hinter den Bauernregeln steckt
Der KURIER hat beim Klimatologen Karsten Brandt nachgefragt – und der nimmt die bekanntesten Oster-Regeln genau unter die Lupe.
Grundsätzlich stellt er klar, dass Bauernregeln keineswegs Unsinn sind. „Ich liebe Bauernregeln“, sagt Brandt. Für ihn steckt darin überliefertes Wissen aus einer Zeit, in der Menschen ohne Vorhersagen auskommen mussten. „Man stand früher auf dem Feld komplett alleine, ohne Informationen“, erklärt er. Wetterbeobachtung sei damals überlebenswichtig gewesen.
Trotzdem gibt es gerade bei den Oster-Regeln ein Problem. „Ostern ist ja ein beweglicher Feiertag“, sagt Brandt. Mal fällt es in den März, mal in den April – und genau das mache viele dieser Regeln unzuverlässig.
Besonders deutlich wird das bei der bekannten Regel: „Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer sicher heiß.“ Klingt einprägsam, überzeugt den Experten aber nicht. „Diese Regel, würde ich sagen, stimmt so nicht“, so Brandt. Einen ganzen Sommer anhand eines einzelnen Tages vorherzusagen, sei schlicht nicht haltbar.

Ähnlich kritisch sieht er die nächste Bauernweisheit: „Wenn es Ostern regnet, ist die Erde den ganzen Sommer über durstig.“ Dahinter steckt die Idee, dass ein nasser Frühling einen trockenen Sommer nach sich zieht. Doch auch hier winkt Brandt ab. „Wenn man das überprüft, stimmt das überwiegend nicht“, erklärt er. Eine verlässliche Verbindung zwischen Osterregen und Sommerdürre gebe es nicht.
Diese Bauernregel hält tatsächlich stand
Ganz abschreiben will der Klimatologe die Bauernregeln aber nicht. Eine hat für ihn tatsächlich einen realen Hintergrund: „Wind, der auf Ostern weht, noch 14 Tage steht.“ Hier sagt Brandt: „Da würde ich schon mitgehen.“
Allerdings liege das nicht am Osterdatum selbst, sondern an einem grundsätzlichen Wetterprinzip. „Die Wetterlage, die sich einmal einstellt, die bleibt dann auch häufig länger“, erklärt er. Früher habe man das an der Windrichtung erkannt, heute spricht man von stabilen Großwetterlagen.


