Hitzewelle kommt näher

Entwicklung beim Wetter macht sprachlos: „Sowas habe ich noch nicht gesehen“

Die Wettermodelle zeigen für Deutschland erneut extreme Hitze. Meteorologen sprechen von Prognosen, die selbst erfahrene Experten überraschen.

Author - Florian Thalmann
Teilen
Die Hitze kommt zurück nach Deutschland: Wetter-Experte Dominik Jung muss erneut vor feuerroten Wetterkarten stehen. Bis zu 42 Grad sind kommende Woche angekündigt.
Die Hitze kommt zurück nach Deutschland: Wetter-Experte Dominik Jung muss erneut vor feuerroten Wetterkarten stehen. Bis zu 42 Grad sind kommende Woche angekündigt.wetter.net/Youtube

Na, hat sich die neue Hitzewelle bei Ihnen am Samstag bereits bemerkbar gemacht? Der Tag war als erste Hitze-Spitze angekündigt, doch damit soll das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein. Im Gegenteil: In der kommenden Woche sollen die Werte wieder nach oben klettern – und vielleicht sogar die Temperaturen erreichen, die wir bereits Ende Juni hatten, als uns die Rekord-Hitzewelle heimsuchte. Die aktuellen Prognosen machen auch Wetter-Experten schon wieder sprachlos. Wie schlimm kommt es jetzt?

Wetterkarten sind schon wieder knallrot eingefärbt

Ein weiteres Mal muss Meteorologe Dominik Jung in seinem Wetterbericht vor einer komplett rot gefärbten Wetterkarte stehen. Sie zeigt die Höchstwerte in der kommenden Woche – und macht den Wetter-Experten sprachlos.

Den Satz „Sowas habe ich auf den Wetterkarten noch nicht gesehen“ habe er schon vor vier Wochen sagen müssen. „Und ich hätte damals nicht gedacht, dass ich in vier Wochen wieder hier stehe und den gleichen Satz sagen muss. Denn schon wieder zeigen die Wettermodelle eine extreme Entwicklung.“ Über 40 Grad werden angezeigt, „in der Spitze 43 bis 44 Grad“, sagt Jung.

Allerdings ist nicht automatisch gesagt, dass die Hitze auch so heftig kommen muss. Der Grund: Die Werte kommen vom GFS-Modell. Das DWD-Modell und das europäische Wettermodell seien etwas moderater, liegen mit ihren Prognosen für die Höchstwerte in der zweiten Wochenhälfte ein paar Grad darunter.

Aber: ob das bei Werten über 40 Grad so einen großen Unterschied macht, ist fraglich. Heiß wird es sowieso. „So oder so: 35 Grad bis 40 oder 41 Grad kann es wieder geben“, sagt auch der Wetter-Experte.

Ab dem kommenden Dienstag knallt die Sonne vom Himmel. Die Folge: Die Temperaturen klettern schnell immer höher, laut Prognosen auf bis zu 42 Grad!
Ab dem kommenden Dienstag knallt die Sonne vom Himmel. Die Folge: Die Temperaturen klettern schnell immer höher, laut Prognosen auf bis zu 42 Grad!Frank Rumpenhorst/dpa

Die nächste Hitzewelle steht also vor der Tür – und sie nähert sich ab dem Beginn der neuen Woche in wirklich riesengroßen Schritten. Erst einmal gibt es am Sonntag Schauer und Gewitter. „Die Temperaturen werden fast schon frühherbstlich“, sagt Jung.

Sie liegen etwa bei 23 Grad in Berlin, nur im ´Südwesten Deutschlands wird es mit 33 Grad ordentlich warm. Am Montag beruhigt sich das stürmische und regnerische Wetter dann wieder – und macht Platz für die Wärme. Noch herrschen aber nur 23 Grad rund um Berlin, 32 Grad im Südwesten Deutschlands.

Ab Dienstag knallt die Sonne auf Deutschland

„Und dann geht’s los: Ab Dienstag sonne satt“, kündigt Meteorologe Dominik Jung an. Der Südwesten bringt den Höchstwert von 37 Grad, in anderen Teilen Deutschlands steigen die Werte auf bis zu 30 Grad. Am Mittwoch dann knallt die Sonne laut Jung auf Deutschland. Die Folge: 38 Grad im Südwesten Deutschlands, 33 Grad in Berlin.

Am Donnerstag steigen die Temperaturen auf 38 Grad in Berlin und 40 Grad im Südwesten Deutschlands. „Es wird unerträglich heiß werden“, sagt Jung. Und der Freitag bringt keine Abwechslung: 39 Grad in Berlin, der Höchstwert im Südwesten liegt bei 41 Grad.

Auch am Wochenende gibt es keine Abkühlung. Wieder bis zu 42 Grad im Südwesten Deutschlands möglich, in Berlin bleiben die 38 bis 39 Grad bestehen. Am Sonntag bleiben die Werte Stand jetzt unverändert. „Was für eine extreme Hitzewelle, die da berechnet wird, das ist gesundheitsschädlich“, warnt Dominik Jung. „Das hat nichts mehr mit normalem Sommerwetter zu tun.“

Gab es dieses Wetter schon vor 40 Jahren?

Er schmettert die Argumente von allen ab, die behaupten, das gab es doch vor 40 Jahren schon. „Ja, vielleicht mal, wenn man in der prallen Sonne stand“, sagt er. „Das hier sind die Schattentemperaturen. In der prallen Sonne kommen wir vielleicht auf knapp 50 Grad. Da möchte ich mich nicht hinstellen bei diesen Schattentemperaturen.“

Ein paar Tage Zeit sind noch – und damit haben alle, die die Hitze nicht leiden können, noch etwas Zeit zum Beten. Klar scheint aber zu sein: Auch wenn die Hitze vielleicht am Ende nicht ganz so schlimm ausfällt, stehen und auf jeden Fall ein paar richtig heiße Tage bevor – ob wir wollen oder nicht. Und der Sommer ist noch nicht vorbei: Den ganzen August haben wir noch vor uns. Der Weg für weitere heiße Überraschungen ist also frei …