Die Relegation? Jahrelang war sie vor allem eins: ein Rettungsring für Bundesliga-Klubs! Nur einmal schaffte ein Zweitligist in den vergangenen Jahren wirklich den großen Coup – als der 1. FC Union Berlin 2019 sensationell den VfB Stuttgart rauswarf. Bis jetzt! Am späten Montagabend hat der SC Paderborn ganz Fußball-Deutschland begeistert, schlug den VfL Wolfsburg nach einem beherzten Auftritt mit 2:1 nach Verlängerung.
Ex-Unioner Sven Michel wird zur prägenden Figur
In Ostwestfalen war die ganze Nacht Party angesagt. Auf dem Platz und auf den Rängen flossen erst Tränen der Freude, später Bier und Sekt. Cheftrainer Ralf Kettemann rutschte auf Knien über den Rasen, die Ekstase schien auch weit nach Abpfiff kein Ende zu nehmen. Irgendwo im Getümmel stand Sven Michel und konnte sein Glück kaum fassen.

Der 35-Jährige kam erst spät ins Spiel – und wurde trotzdem zum Helden. Mit einer Traumflanke bereitete der Ex-Unioner den entscheidenden Treffer von Laurin Curda vor. Danach gab’s auf dem Platz kein Halten mehr. Michel pushte seine Teamkollegen bis zum Abpfiff, danach dirigierte er die Aufstiegsparty.
„Wir sind ein Riesenteam, jeder steht für jeden ein“, jubelte der Routinier. Und in Richtung des Erfolgstrainers: „Der soll sich komplett aus dem Leben schießen!“
Paderborn ist nach dem Coup gegen den hochfavorisierten VfL Wolfsburg nun das jüngste Vorbild für alle künftigen Zweitliga-Dritten. In den vorherigen 13 Jahren war Union der einzige (!) Verein, der sich in den zwei Extra-Partien nach Saisonende durchsetzen konnte.
Sehr emotional: Ausgerechnet aus Köpenick kamen sofort Glückwünsche. Sein Ex-Klub 1. FC Union Berlin schrieb bei X: „Sven Michel – Fußballgott! Bis ganz bald in der Bundesliga.“

Michel ist der mit Abstand erfahrenste Spieler im Kader. Vor drei Jahren qualifizierte er sich mit Union gar für die Champions League. Im Berliner Südosten genießt er bis heute Kultstatus, obwohl er unter dem damaligen Trainer Urs Fischer längst nicht immer Stammspieler war.



