Spielplan-Terminierung

Fan-Frust bei Union! DFB stößt die Frauen schon wieder vor den Kopf

Der 1. FC Union Berlin und der DFB: Zumindest im Hinblick auf den Spielplan der Profifrauen scheint das keine gute Kombination mehr zu werden.

Author - Christian Kattner
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Marie-Louise Eta muss mit den Frauen auf das erste Heimspiel an einem Sonnabend warten.
Marie-Louise Eta muss mit den Frauen auf das erste Heimspiel an einem Sonnabend warten.IMAGO/O.Behrendt

Die Vorfreude war riesig. Nach einer starken Premierensaison in der Bundesliga hofften die Fans des 1. FC Union Berlin auf eines ganz besonders: bessere, familienfreundlichere Anstoßzeiten bei den Frauen. Doch jetzt ist klar: Die Hoffnung wurde enttäuscht.

Familien werden wieder nicht berücksichtigt

Denn während die Köpenickerinnen auf dem Platz längst bewiesen haben, dass sie die Menschen begeistern können, sorgt der neue Spielplan schon vor dem Saisonstart für Ärger. Besonders bitter: Gerade Familien, die bei Union regelmäßig für eine tolle Atmosphäre sorgen, werden bei einigen Terminen kaum berücksichtigt.

Schon in der vergangenen Saison ärgerten sich die Fans des 1. FC Union Berlin über ungünstige Anstoßzeiten.
Schon in der vergangenen Saison ärgerten sich die Fans des 1. FC Union Berlin über ungünstige Anstoßzeiten.IMAGO/Oliver Baumgart

Dabei beginnt die neue Saison mit einem echten Kracher. Am Freitag, 21. August, empfängt Union um 18.20 Uhr den FC Bayern München an der Alten Försterei. Der deutsche Rekordmeister kommt nach Köpenick – ein Duell, das viele Fans anlocken dürfte.

Doch danach folgt schon der erste große Dämpfer!

Am 29. August geht es für Union zum SC Freiburg. Immerhin: Der Anstoß um 12 Uhr ist für viele Familien noch gut machbar. Doch was danach kommt, sorgt für Kopfschütteln. Der Aufreger des Spielplans: Das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 7. September – Anpfiff um 18 Uhr. Ein Montagabend!

Ein Termin, der bei Fußballfans ohnehin wenig beliebt ist. Für Eltern mit Kindern ist er besonders problematisch. Nach Abpfiff wartet der Heimweg, am nächsten Morgen stehen Schule und Arbeit auf dem Programm.

Die Reaktionen der Union-Anhänger ließen nicht lange auf sich warten. Unter dem Vereinsbeitrag auf X häuften sich Kommentare wie: „Scheiß Montagsspiele“ oder „Montagsspiele abschaffen“. Ein Fan wurde noch deutlicher: „Dem DFB ist halt der Frauenfußball auch egal.“

Union selbst hielt sich mit Kritik zurück – doch die Botschaft war klar. Der Verein kommentierte die Ansetzung mit den Worten: „Wir sind auch sauer ...“

Spiel gegen Leipzig bringt kaum Besserung

Besser wird es zunächst nicht. Am 20. September kommt RB Leipzig an die Alte Försterei. Der Anstoß: Sonntag, 18.30 Uhr. Für viele Fans bedeutet das erneut: Stadionbesuch oder früher Start in die Arbeitswoche? Eine schwierige Entscheidung. Immerhin gibt es zwischendurch einen Termin, der deutlich mehr Zuschauerfreundlichkeit verspricht: Am 12. September tritt Union um 14 Uhr beim 1. FC Köln an. Leider auswärts.

Damit erleben die Union-Frauen gleich zum Saisonstart die ganze Bandbreite des Spielplans: Freitagabend, Sonnabendmittag, Montagabend, Sonnabendnachmittag und Sonntagabend. Fünf Spiele, vier verschiedene Tage, fünf unterschiedliche Uhrzeiten.

Silje Helgesen wird sich mit Union auch auf ausreichend Fanunterstützung am Montagabend verlassen können.
Silje Helgesen wird sich mit Union auch auf ausreichend Fanunterstützung am Montagabend verlassen können.IMAGO/O.Behrendt

Der Grund für die ungewöhnlichen Termine liegt im Konzept der Frauen-Bundesliga. Der Freitagabend gehört weiterhin einer Partie, am Sonnabend folgen Spiele um 12 und 14 Uhr. Sonntags gibt es Begegnungen um 14, 16 und 18.30 Uhr. Der Montagabend bleibt als TV-Termin bestehen.

Für die Vermarktung der Liga ist das Modell attraktiv: Alle 182 Spiele werden live bei MagentaSport und DAZN gezeigt. Zusätzlich gibt es zehn Partien im frei empfangbaren Fernsehen bei ARD und ZDF.

Doch bei vielen Fans bleibt ein bitterer Beigeschmack.