Zwei, die sich verstehen, weil sie ähnlich ticken: Pal Dardai (l.) und Urs Fischer.  Foto: AFP/Andreas Gora

Der schönste Moment des Derbys für mich – mal abgesehen von Robert Andrichs Führungstor – war die Situation, als sich Urs Fischer und Pal Dardai nach dem Abpfiff herzten. Das sind zwei Fußballlehrer nach meinem Geschmack. Geradlinig. Ehrlich. Akribische Arbeiter mit Respekt vor dem Widerpart. Toll. 

Und sonst so? Also man muss ja Glückwünsche in den Westen der Stadt schicken. Wie im Vorjahr geht die Stadtmeisterschaft an die Hertha. 1:3 im Hinspiel, jetzt ein 1:1. Da kann man rechnen wie man will, es kommt nichts dabei raus aus Köpenicker Sicht. 

Der Blick auf die Tabelle zählt

Deshalb nehmen wir als Kronzeugen für die Einordnung Ante Covic - und es tut mit ein bisschen leid, weil ich ihn als Mensch mag, dass ich ihn hier missbrauchen muss -, der nach der 0:1-Niederlage im ersten Bundesligaderby in der Spielzeit 19/20 Folgendes zum Besten gab: „Ich will jetzt nicht böse klingen, aber kurz auf die Tabelle schauen, sind wir immer noch vor.“

Also gut. Schauen wir auf die Tabelle. Union ist immer noch vor. Weiterhin mit 14 Zählern. Dass es am Ende zu Europa nicht reichen wird, kann sogar gut sein. Stichwort Doppelbelastung. Aber es geht um die Gegenwart. Und den Genuss, vor den Neureichen aus Charlottenburg zu stehen – wenn es auch nur bei dieser Momentaufnahme 20/21 bleiben mag –, kann keiner den Rot-Weißen nehmen.