Der 1. FC Union Berlin verliert sang- und klanglos 0:4 (0:2) beim FC Bayern München. Und ist damit noch gut bedient. Dabei hatte Union doch bisher in dieser Saison so gut gegen den Meister mithalten können. Doch wie sich Union in München präsentiert, sorgt für Unverständnis. Mutlos, ideenlos, ohne Widerstand. Ein Auftritt, der nicht zu Union passt. Und genau das macht ihn so brisant.
Union hisst beim FC Bayern sofort die weiße Fahne
Steffen Baumgart hatte schon vor dem Duell beim Rekordmeister abgewunken. Sein Team befinde sich nicht auf Augenhöhe mit den Bayern. Stimmt. Doch der Auftritt in der Allianz Arena wirkte so mut- und planlos, dass nicht nur Manager Horst Heldt über die Leistung in München schimpft.
Gefühlt hissten die Eisenen nämlich von Beginn an die weiße Fahne. Besonders im Angriff lief bei Union gar nichts zusammen. Ein paar lange Bälle, die nie einen Abnehmer fanden. Das war‘s.
Kein Zugriff, keine Entlastung, kein Mut
Kurzum: Union wirkte beim FC Bayern von der ersten Minute an wie ein Team, das gar nicht erst an sich glaubt. Vize-Kapitän Rani Khedira ärgerte sich: „Wir haben es den Bayern viel zu einfach gemacht, waren viel zu passiv und im Spiel nach vorne zu ungenau.“
Entsprechend erledigten die Bayern Union im Spaziergang. Michael Olise (43.), Harry Kane (49.) und zweimal Serge Gnabry (45+1.,67.) sorgten mit ihren Toren dann für eine klare Union-Pleite. Einzig die mangelde Chancenverwertung des Meisters sorgte dafür, dass die Köpenicker nicht richtig und die Räder kommen. „Wir müssen froh sein, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen ist“, sagte Kapitän Christopher Trimmel nach dem Spiel. Steffen Baumgart ergänzte: „Wir waren in allen Belangen unterlegen.“
Bayern hatte leichtes Spiel gegen passive Eiserne
Auch personell wirft der Auftritt Fragen auf. Während Stürmer Andrej Ilic, der Bälle festmachen kann, auf der Bank sitzt, setzten die Eisernen auf kleinere, bewegliche Spieler. Gegen die Bayern-Verteidigung verpufft das komplett – weil Livan Burcu und Tim Skarke von Anfang an in der Luft hingen.

Bayern hat leichtes Spiel gegen passive Eisernen
Doch egal welche Aufstellung: Ohne Biss, ohne Mut, ohne Widerstand wird es in der Bundesliga für jeden Gegner schwer. Wer die Auftritte der Eisernen im Hinspiel (2:2) und im DFB-Pokal (2:3) gegen den FC Bayern gesehen hat, durfte sich am Sonnabend fragen: Was ist mit dieser Mannschaft passiert?
„Wenn wir nicht wie Union spielen, dann wird es halt schwer“, erklärte Baumgart auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Fakt ist: Der Union-typische Biss, der es jedem Gegner schwer macht, fehlte an diesem Samstag komplett.
Abstiegskampf: Jetzt zählt die Reaktion
Das Gute: Der FC Bayern ist natürlich nicht der Maßstab. Bereits nach der Länderspielpause geht es am Ostersonntag gegen den FC St. Pauli. Ein Gegner, den Steffen Baumgart auf Augenhöhe sieht.



