WM 2026

VAR kassiert Iran-Tor ein und die WM nimmt einen anderen Verlauf

Iran wird Siegtreffer gegen Ägypten wegen umstrittenen Abseits aberkannt. Er hätte Gruppenplatz 2 bedeutet, jetzt muss das Team auf Rang 3 um die WM zittern.

Author - Wolfgang Heise
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Irans Shoja Khalilzadeh soll in dieser Szene mit einer Fußspitze vor der Hacke des ägyptischen Verteidigers Hamza Abdelkarim gestanden haben. Sein-Siegtor zum 2:1 wurde in der Nachspielzeit vom VAR aberkannt.
Irans Shoja Khalilzadeh soll in dieser Szene mit einer Fußspitze vor der Hacke des ägyptischen Verteidigers Hamza Abdelkarim gestanden haben. Sein-Siegtor zum 2:1 wurde in der Nachspielzeit vom VAR aberkannt.X.com

Der VAR, die meisten Fußball-Fans hassen ihn. Jetzt hatte er bei der WM seinen bisher fragwürdigsten Auftritt beim letzten Spiel der Gruppe G zwischen Ägypten und Iran - auf maximal dramatische Weise, die den ganzen weiteren Turnierverlauf beeinflusst. Iran wurde in der Nachspielzeit der vermeintliche Siegtreffer zum 2:1 durch den VAR wegen eines umstrittenen Fußspitzen-Abseits aberkannt. Mit einem Sieg wäre Iran sicher als Gruppenzweiter ins Sechzehntelfinale eingezogen, jetzt muss das Team nach einem 1:1 mit nur drei Punkten als Dritter zittern.

Ägypten hätte Platz 3 gereicht, Iran vielleicht nicht

Doch nicht nur das: Ägypten wurde Gruppenzweiter mit fünf Punkten, aber wäre auch bei einer Niederlage mit vier Punkten sicher als einer der besten acht Gruppendritter weitergewesen. Eine Millimeter-Entscheidung verändert somit den ganzen weiteren WM-Verlauf bei der Bestimmung der 16 Paarungen für die erste K.o.-Runde.

Hier trifft Shoja Khalilzadeh zum vermeintlichen 2:1 für den Iran. Der VAR kassierte das Tor ein.
Hier trifft Shoja Khalilzadeh zum vermeintlichen 2:1 für den Iran. Der VAR kassierte das Tor ein.IMAGO/Arthur Dong

Was genau war passiert? In der dritten Nachspielminute eilte Ägyptens Torwart Mostafa Shoubeir bei einer Freistoßflanke des Iran weit aus seinem Tor, um die Kugel abzufangen, das misslang. Die Folge: Nicht der Torwart und ein Verteidiger waren die zwei letzten Spieler vor der Torauslinie, sondern zwei Verteidiger. Genau darauf wurde auch korrekt die Abseitsprüfung angewendet.

Iran jubelt, der VAR entscheidet auf Millimeter-Abseits

Als Mohammad Ghorbani zum Torschuss ansetzte, der abgeblockt wurde, soll Nachschuss-Torschütze Shoja Khalilzadeh mit einer Fußspitze vor dem zweitletzten Verteidiger Hamza Abdelkarim gestanden haben. Der Schiri und die Linienrichter hatten gar keine Chance, es zu erkennen. Erst die kalibrierte Linie der VAR-Grafik machte aus dem Tor ein Abseits.

Spieler und Ersatzspieler des Iran jubeln über das Tor, währenddessen prüfte der VAR die Szene und annullierte den Treffer.
Spieler und Ersatzspieler des Iran jubeln über das Tor, währenddessen prüfte der VAR die Szene und annullierte den Treffer.IMAGO/Arthur Dong

Während die iranischen Spieler jubelten und schon Platz 2 feierten, gab es die Videoüberprüfung und der Treffer wurde aberkannt. Khalilzadeh verstand wie viele andere auch die Entscheidung nicht und wütete. Sah dafür noch die Gelbe Karte. Irans Trainer Amir Ghalenoei stellte enttäuscht fest: „Fußballgerechtigkeit war nicht auf unserer Seite.“

Die VAR-Grafik wird zum viralen Spott

Nicht nur der vermeintliche Torheld, das iranische Team und Fans im ganzen Land sind fassungslos. Auch neutrale Fußballfans schütteln mal wieder wegen des VAR den Kopf. Ein Screenshot der Grafik mit der Millimeter-Abseitsstellung wurde im Internet sofort zum viralen Spott.

Und die Diskussion über die generelle Sinnhaftigkeit des VAR geht weiter. Fest steht: Kaum eine andere Szene dieser Weltmeisterschaft zeigt mal wieder, das die Zweifel am Videobeweis bleiben werden. Gerade dann, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Es ging in der Szene im Stadion von Seattle nicht nur um ein Tor, einen Sieg, sondern um die Qualifikation für das WM-Sechzehntelfinale.

Für das iranische Team steht in den nächsten Stunden heißt es jetzt: Reichen die drei Punkte, um bei der WM weitespielen zu können? Mit einer Tordifferenz von Null steht Iran nach neun abgeschlossenen Gruppen auf Platz 6 im Ranking der besten acht Gruppendritten. Bei drei noch ausstehenden Gruppen könnte das Team noch aus der WM fliegen. Auch das wird eine Millimeter-Entscheidung…