Großer Auftritt für eine der bekanntesten Sportlegenden der DDR: Beim 25. Bikeschmiede-Festival in Osterwieck im Harz hat „Täve“ Schur mit 95 Jahren einen seltenen großen öffentlichen Auftritt absolviert – und dabei zahlreiche Besucher angezogen.
„Täve“ Schur einer der bekanntesten Sportler des Ostens
Der frühere DDR-Radsportstar zählt bis heute zu den bekanntesten Namen des Ost-Sports. Schur gewann zweimal die Internationale Friedensfahrt und nahm an Olympischen Spielen teil. Erst im vergangenen Jahr wurde er vom Land Sachsen-Anhalt mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet.
„Tave“ ist schneller auf dem Panzerbike als andere
In Osterwieck hinterließ der frühere Radprofi nun auch beim Organisationsteam bleibenden Eindruck. Nach Angaben der Veranstalter erschien Schur trotz seines hohen Alters pünktlich und begeisterte das Publikum.

Ein Veranstalter sagte: „Er war schneller auf dem Panzerbike oben als wir, die junge Garde.“ Das Panzerbike gehörte auch in diesem Jahr zu den großen Attraktionen des Festivals – ein Motorrad mit 38.000 Kubikzentimetern Hubraum.
Treffen lockt Motorradfans nach Osterwieck in den Harz
Das Treffen lockte Motorradfans mit historischen Maschinen, Sonderausstellungen, Vorführungen und einem Teilemarkt nach Osterwieck.
Er war schneller auf dem Panzerbike oben als wir, die junge Garde.
Trotz seiner zahlreichen Erfolge bleibt Schur bis heute eine große Ehre verwehrt: die Aufnahme in die sogenannte Hall of Fame des deutschen Sports. Nach zwei gescheiterten Anläufen, ihn 2011 und 2017 in die Ruhmeshalle aufzunehmen, wird es keinen dritten Anlauf geben. Das hatte die Stiftung Deutsche Sporthilfe auf KURIER-Anfrage im März mitgeteilt.
Keine Anzeichen für dritten Anlauf in „Hall of Fame“
Als Grund nannte die Sporthilfe, dass es derzeit keine Anzeichen gebe, dass ein dritter Anlauf erfolgreich wäre. Bei den beiden bisherigen Versuchen hatte die Jury den Vorschlag abgelehnt. 2017 verfehlte die Radsport-Legende die Mindestanzahl von 50 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Die damalige Nominierung des DDR-Helden hatte sowohl Zustimmung als auch Kritik hervorgerufen – vor allem nach seinen Aussagen, die als Verklärung des DDR-Unrechts und als Verharmlosung des erwiesenen DDR-Dopings von Minderjährigen ausgelegt wurden.
Pro Jahr werden drei neue Persönlichkeiten vorgeschlagen
Die Jury setzt sich zusammen aus allen lebenden Mitgliedern der „Hall of Fame“. Außerdem gehören Vertreter der Stiftung Deutsche Sporthilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS), der Politik sowie Persönlichkeiten weiterer Institutionen des Sports zur Jury.

Der DOSB, der VDS und die Sporthilfe schlagen der Jury jedes Jahr drei neue Persönlichkeiten aus dem Sport vor. Voraussetzung ist, dass die Sportlerinnen und Sportler seit mindestens fünf Jahren nicht mehr aktiv sind.




