Formel-1-Legende

Rettung von Michael Schumacher: Pilot erinnert sich an den dramatischen Tag

Zwölf Jahre nach Michael Schumachers Skiunfall kommen neue Details ans Licht: Der Hubschrauber-Pilot erinnert sich an den dramatischen Einsatz in Méribel.

Author - Sebastian Krause
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Michael Schumacher ist bis heute einer der größten Formel-1-Fahrer der Geschichte. 2013 verunglückte er bei einem Skiurlaub.
Michael Schumacher ist bis heute einer der größten Formel-1-Fahrer der Geschichte. 2013 verunglückte er bei einem Skiurlaub.Gero Breloer/dpa

Mehr als zwölf Jahre nach dem schweren Skiunfall von Michael Schumacher kommen neue Details zu dem dramatischen Einsatz ans Licht. Am 29. Dezember 2013 war der siebenmalige Formel-1-Weltmeister im französischen Méribel in den Alpen schwer verunglückt. Über seinen Gesundheitszustand ist bis heute nichts bekannt.

Pilot des Rettungshubschraubers spricht über „Schumi“

Jetzt erinnert sich der Pilot des Rettungshubschraubers, der „Schumi“ damals ins Krankenhaus brachte, an den Tag des Unglücks und die Bergung des Rennfahrers. Yannick Dainese berichtet im französischen Sportmagazin „L'Équipe“, dass er an jenem verhängnisvollen Tag als Pilot für „SAF Hélicoptères“, ein Unternehmen für medizinische Notfalltransporte und Bergrettung, im Einsatz gewesen sei.

Zunächst unklar, welche Person ins Krankenhaus muss

Sein Team habe einen dringenden Notruf aus dem Skigebiet Méribel erhalten: Eine verletzte Person müsse so schnell wie möglich in ein Krankenhaus gebracht werden.

Aber als der Einsatzleiter uns befahl, unsere Mikrofone und GoPro-Kameras abzuschalten und Journalisten zu verbieten, uns zu begleiten, begriff ich, dass es stimmte.

Yannick Dainese, ehemaliger Pilot des Rettungshubschraubers

Wer der Verletzte war, sei zunächst nicht gesagt worden – erst nach der Landung am Einsatzort. „Ein Retter sprang gemeinsam mit dem Arzt aus dem Hubschrauber und sagte zu mir: ‚Wir gehen jetzt zu Schumacher.‘“

Flug nach Grenoble dauert 25 Minuten

Zunächst habe er das nicht ernst genommen. „Ich dachte zuerst, er scherzt“, erinnert sich Dainese. „Aber als der Einsatzleiter uns befahl, unsere Mikrofone und GoPro-Kameras abzuschalten und Journalisten zu verbieten, uns zu begleiten, begriff ich, dass es stimmte.“

Vor dem Krankenhaus in Grenoble sammeln sich tausende Fans, um an Michael Schumacher zu denken.
Vor dem Krankenhaus in Grenoble sammeln sich tausende Fans, um an Michael Schumacher zu denken.imago/Panorama von PsnewZ

Nach seinen Erinnerungen wurde die Piste sofort abgesperrt. Vor Ort hätten sich nur Schumacher, dessen Umfeld und die Rettungskräfte befunden. Während der Bergung sei kaum gesprochen worden. Gemeinsam mit einem Kollegen habe er den Schwerverletzten auf einer Vakuummatratze fixiert und zum Hubschrauber gebracht. In einem 25-minütigen Flug sei Schumacher dann nach Grenoble zur Notfallbehandlung geflogen worden.

Anteilnahme am Tag danach ist unbeschreiblich

Obwohl er nach eigenen Angaben kein großer Formel-1-Fan sei, habe ihm die Bedeutung Schumachers für den Sport sehr wohl vor Augen gestanden. „Ich wusste im Unterbewusstsein um den Druck in der Situation, weil ihm wie einem Gott gehuldigt wurde.“ Gleichzeitig stellte er klar: „Für mich war er aber nur ein weiterer Schwerverletzter.“

Wie schwer Schumachers Verletzungen tatsächlich waren, habe Dainese nach eigenen Angaben zunächst nicht erkannt. Das sei ihm erst einige Tage später bei einem weiteren Einsatz bewusst geworden. „Ich transportierte einen weiteren Verletzten in das Krankenhaus, und was ich dort sah, schockierte mich: so viele Busse, rote Flaggen (für Schumachers Ex-Team Ferrari, Anm. d. Red.) und Menschen überall. Das Krankenhaus hatte sich in einen Formel-1-Zirkus verwandelt. Es war unglaublich.“

Pilot arbeitet heute für den französischen Zivilschutz

Heute arbeitet Dainese für den französischen Zivilschutz am Stützpunkt Grenoble. Aus Respekt vor der Familie Schumacher habe er sich bis heute nicht weiter zu dem Vorfall geäußert.

Wie denken Sie an Michael Schumacher zurück? Was bleibt Ihnen in Erinnerung? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com