So sehen Sie die Spiele

Handball-EM 2026 - Hier sehen Sie Deutschland gegen Norwegen im TV

Viele Spiele der Handball-EM 2026 sind nicht im TV zu sehen. Über einen kleinen Umweg aber doch. Und für Deutschland wird Nils Lichtlein immer wichtiger.

Author - Sebastian Krause
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Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin hat sich im ersten Hauptrundenspiel zum neuen Siebenmeterschützen entwickelt.
Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin hat sich im ersten Hauptrundenspiel zum neuen Siebenmeterschützen entwickelt.Maximilian Koch/imago

Jetzt nimmt die Handball-EM richtig Fahrt auf. Die Vorrunde ist abgeschlossen, mit der Hauptrunde geht es weiter. Bereits am 1. Spieltag der Zwischenrunde fanden am Donnerstagnachmittag mit Deutschland gegen Portugal und am Abend mit Frankreich gegen Norwegen Partien statt, die Finalcharakter hatten.

Nur die deutschen Spiele live im Fernsehen zu sehen

Problem nur: Die meisten Partien der Europameisterschaft in Dänemark, Norwegen und Schweden werden nicht im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. Während die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei ARD und ZDF live im Fernsehen gezeigt werden, schaut man bei anderen Partien erst einmal in die Röhre. Über einen kleinen Umweg kann man viele andere Spiele trotzdem schauen. Der Berliner KURIER erklärt, wie das geht.

ARD und ZDF setzen seit vielen Jahren auf ein verstärktes Online-Angebot bei Sportübertragen. Mit ihren Marken „Sportschau“ und „Sportstudio“ bieten die beiden öffentlichen-rechtlichen Sender viele Events nur online im Livestream an - so auch bei dieser Handball-EM.

Bereits während der Vorrunde gab es in den Mediatheken, Apps oder auf den Internetseiten viele Livestreams zu verschiedenen Spielen. Wer also einen internetfähigen Fernseher hat und die Mediatheken benutzt, kann viel mehr Handball sehen.

ARD und ZDF zeigen viele Spiele nur im Internet-Livestream

Die Sender setzen ihre Strategie während der Haut- und Finalrunde fort. So sind die Partien am Freitag, 23. Januar, zwischen Island und Kroatien ab 15.20 Uhr im ZDF-Livestream  und Slowenien gegen Schweden ab 20.20 Uhr im Livestream der ARD zu sehen. Die Partie Schweiz gegen Ungarn gibt es ab 17.45 Uhr beim Sportstreaming-Dienst Dyn zu sehen. Der kostenpflichtige Dienst überträgt alle 65 Spiele der EM.

Lichtlein wächst in neue Rolle hinein

Aber keine Angst. Die deutschen Spiele bleiben frei empfangbar und für alle zugänglich, so auch die zweite Hauptrundenpartie am Samstagabend gegen Norwegen (Anpfiff: 20.30 Uhr). Dann muss die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason nach ihrem 32:30-Erfolg gegen Portugal nachlegen, wenn sie einen der beiden ersten Plätze belegen will, die fürs Halbfinale berechtigen.

Vermutlich rückt dann wieder Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin in den Fokus, der gegen Portugal seine neue Rolle als Siebenmeter-Schütze gefunden hat - auch wenn er damit nicht unbedingt gerechnet hatte. „Er hat schon ein bisschen geschluckt, als ich gesagt habe: Er fängt mit den Siebenmetern an“, berichtete Gislason nach dem geglückten Hauptrundenstart schmunzelnd.

Schließlich ist der Linkshänder in seiner Karriere bislang nicht als Strafwurf-Experte in Erscheinung getreten. Die Handball-Bundesliga (HBL) notiert für den Rückraumspieler in sieben Erstliga-Saisons gerade einmal acht Treffer vom Siebenmeterstrich.

Gislason sieht in Lichtlein den besten Siebenmeterwerfer

Das deutsche Team hatte in den bisherigen EM-Partien in Herning bei seinen Strafwürfen mit einer Vorrunden-Quote von 54 Prozent große Schwächen gezeigt. Daher ließ Gislason im Training mehrere potenzielle Kandidaten ran.

„Ich saß in meiner Ecke und habe zugeschaut, was sie machen. Und aus meiner Sicht war Nils der Beste“, erklärte Gislason seine Entscheidung. „Er hat es im Training super gemacht und Andi (Wolff) und David (Späth) sehr geärgert. Wenn er es gegen die schafft, dann kann er es gegen jeden schaffen.“

Auch der Berliner Matthes Langhoff (re.) hat dazu beigetragen, dass Deutschland Chancen auf das Halbfinale bei der EM hat.
Auch der Berliner Matthes Langhoff (re.) hat dazu beigetragen, dass Deutschland Chancen auf das Halbfinale bei der EM hat.www.imago-images.de

Lichtlein trug gegen die Portugiesen insbesondere in der Anfangsphase entscheidend dazu bei, dass Deutschland in einer schwachen ersten Hälfte mit vielen technischen Fehlern Anschluss hielt.

Vier der ersten acht Tore gingen aufs Konto des neuen Siebenmetermanns. Erst nach der Pause ging ein Versuch an den Pfosten, anschließend durfte wieder der etatmäßige Schütze, Rechtsaußen Lukas Zerbe, ran.

Auserwählte soll sich von der Linie trauen

„Wir hatten kurz Kontakt und da habe ich ihm gesagt, er soll gerne werfen. Er hatte auch ein gutes Spiel, er hatte eine super Quote im Spiel und hat dementsprechend auch ein besseres Gefühl wahrscheinlich gehabt als ich“, sagte Lichtlein über Zerbe, der am Ende vom Strich (2) und von außen (2) eine 100-Prozent-Wurfquote vorweisen konnte.

So verwandelte der Kieler auch einen Siebenmeter 38 Sekunden vor Schluss zum vorentscheidenden 31:29.

Wer nun im zweiten Hauptrundenduell mit Norwegen am Samstag an die Linie darf, ist offen. Gislason ist prinzipiell „egal, wer wirft“, das Wichtigste sei, dass der Auserwählte „sich traut“.

Die deutschen Hauptrundenspiele
  • Samstag, 24.1.2026, 20.30 Uhr, Deutschland - Norwegen ZDF/DYN
  • Montag, 26.1.2026, 20.30Uhr, Deutschland - Dänemark ARD/DYN
  • Mittwoch, 28.1.2026, 18 Uhr, Deutschland - Frankreich ZDF/DYN