Tickets, Flüge, Hotels, Mietwagen und teure Stadion-Biere: Wer die Fußball-WM in Nordamerika live erleben will, braucht nicht nur starke Nerven, sondern vor allem ein prall gefülltes Konto. Ein deutscher Fan macht Kassensturz und berechnet, wie viel Geld ihn der große WM-Traum am Ende kosten wird.
Schon die Gruppenphase kostete tausende Euro
Von Houston nach Toronto, weiter nach New York und nun nach Foxborough. Quer durch Nordamerika reist Björn Reichard aus dem Rhein-Neckar-Kreis der deutschen Nationalmannschaft hinterher.
Und schon die Gruppenphase hat seine Kasse ordentlich geleert. Rund 3200 Euro für Flüge, Hotels und Mietwagen fielen an. Die Tickets für die deutschen Spiele kosteten ihn 160, 330 und 240 Euro. Und dann die Verpflegung. Die Getränkepreise im Stadion hätten ihn „schockiert“, so der 47-Jährige. Ein Bier für umgerechnet 20 Euro ist bei der WM in Nordamerika Standard.

Für Reichard geht mit der WM-Tour ein Lebenstraum in Erfüllung. Günstig ist das Abenteuer allerdings nicht. „Ich gehe davon aus, dass mich die Reise in Summe 12.000 bis 15.000 Euro kosten wird“, sagt Reichard. Und das, wohlgemerkt, ohne Tickets für ein mögliches Halbfinale oder Finale.
Reichard hat WM-Sause monatelang geplant
Für das Endspiel am 19. Juli hat er sich selbst eine Schmerzgrenze von 3500 Euro gesetzt. Vielleicht. „Das könne sich aber auch noch ändern“, meint er. Zur Not steht er eben ohne Ticket in New York. Allein die Atmosphäre möchte er sich nicht entgehen lassen.
Der Informatiker ist seit Jahren USA-Fan, war schon oft dort.Eine komplette Fußball-WM vor Ort zu erleben, sei schon lange sein großer Traum gewesen. Als die Weltmeisterschaft 2018 nach Nordamerika vergeben wurden, stand für ihn sofort fest: Dort muss ich dabei sein.
Monatelang hat er geplant. Erst waren sie zu fünft, dann zu dritt. Jetzt reist er allein weiter. Für das Sechzehntelfinale geht es nach Foxborough bei Boston. Die Eintrittspreise findet er „größtenteils nicht okay“. Aber sonst? Vieles sei besser als erwartet. Überall werde er freundlich empfangen, komme mit Fans aus aller Welt ins Gespräch.
Houston sei „super“ gewesen, der 7:1-Sieg gegen Curaçao sowieso. Den Last-Minute-Erfolg gegen die Elfenbeinküste in Toronto fand er „gigantisch“. Besonders angetan hat es ihm aber New York. Auch wenn Deutschland dort gegen Ecuador verlor. Zum Finale will er trotzdem zurück. Ob mit Ticket oder nicht.


