WM 2026

Die Fifa macht sich im Fall Bellingham lächerlich

Bei Englands 0:0 gegen Ghana hätte Jude Bellingham wegen der neuen Fifa-Regeln vom Platz fliegen müssen. Stattdessen wird er vom Weltverband noch ausgezeichnet.

Author - Wolfgang Heise
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Englands Jude Bellingham diskutierte mit Ghanas Jordan Ayew und hatte dabei die Hand vor dem Mund gehalten. Nach neuen Fifa-Regeln hätte Bellingham eigentlich Rot sehen müssen.
Englands Jude Bellingham diskutierte mit Ghanas Jordan Ayew und hatte dabei die Hand vor dem Mund gehalten. Nach neuen Fifa-Regeln hätte Bellingham eigentlich Rot sehen müssen.X.com

Die Fifa macht sich bei dieser WM mal wieder selbst lächerlich. Ein Spieler, der zweimal vom Platz hätte fliegen können, wird nach dem Abpfiff zum „Superior Player of the Match“ gewählt. Es geht um Englands Jude Bellingham (22), dem die Auszeichnung nach dem 0:0 gegen Ghana am Ende selbst unangenehm war.

Trotz verdeckten Mund keine Rote Karte für Bellingham

Was war genau passiert? Bellingham hatte mit Ghanas Kapitän
Jordan Ayew auf dem Feld diskutiert, so weit so gut. Doch dabei hielt er sich die Hand vor dem Mund. Nach neuesten Fifa-Regularien hätte er wegen des manuellen Sichtschutzes bei einem Gespräch mit einem Gegenspieler Rot sehen müssen.

Paraguays Miguel Almiron bekam beim 1:0-Sieg gegen die Türkei die Rote. Der paraguayische Fußballverband (APF) hat jetzt offiziell Beschwerde bei der FIFA eingereicht und wirft dem Verband Unstimmigkeiten bei der Anwendung der neuen Bestimmungen vor. Alle haben es gesehen, im Internet wird lebhaft diskutiert. Nur Schiri Hector Said Martinez aus Honduras und die VARs hatten es nicht entdeckt.

In der Halbzeitpause zoffte sich Jude Bellingham noch mit Ghanas Bank. Seine Mitspieler mussten ihn zurückhalten.
In der Halbzeitpause zoffte sich Jude Bellingham noch mit Ghanas Bank. Seine Mitspieler mussten ihn zurückhalten.IMAGO/DeFodi.de

Bellingham zoffte sich mit Ghanas Co-Trainer

Das war Aufreger Nummer 1. Der zweite folgte: Bellingham schimpfte in der Halbzeitpause mit Ghanas Co-Trainer John Paintsil. Es wurde so hitzig, dass Spieler von Ghana und England dazwischen gingen, damit es nicht komplett eskaliert.

Ghanas Chefcoach Carlos Queiroz erklärte den Zoff so: „Ich wollte ihm (Bellingham, d. Red.) eigentlich sagen, dass er sich bei diesem Tackling etwas hätte zurückhalten sollen. Das hätte eine Gelbe Karte geben können, denn er ist mit dem Fuß gegen unseren Spieler gegangen. Er hat heftig reagiert und ein paar Schimpfwörter von sich gegeben, und so hat es angefangen.“

Bellingham gab wenigstens nachher zu: „Das war ein dummes Tackling von mir, um ehrlich zu sein. Ihre Bank ist dann aufgesprungen und hat eine Gelbe Karte für mich gefordert. Die Scharmützel seien in der Hitze des Gefechts entstanden.“

Die Fifa zeichnete Bellingham nach dem WM-Spiel als "Superior Player of the Match" aus.
Die Fifa zeichnete Bellingham nach dem WM-Spiel als "Superior Player of the Match" aus.IMAGO/Matthias Koch

Fifa zeichnet Bellingham aus und dem ist es peinlich

Die ganze Partie war von beiden sehr hart geführt, immer wieder Fouls über 90 Minuten. Bellingham selbst war mit seiner Leistung nicht zufrieden. Trotzdem wurde bekam er von der Fifa die Trophäe „Mann des Spiels“.

Er hielt die Trophäe in der Hand und sagte etwas beschämt: „Ich habe sie ehrlich gesagt nicht verdient. Einer von Ghanas Jungs, die so stark verteidigt haben, hätte sie mehr verdient.“ Der Ex-Dortmunder war nach dem Spiel wieder ein echter Fairplayer. Doch die Fifa hat sich damit lächerlich gemacht.