Beim ZDF entsteht eine neue internationale Serie, die ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte ins Zentrum rückt: die DDR und ihre Schatten bis in die Gegenwart. Unter dem Arbeitstitel „Vanished – Cold Silence“ produziert Saxonia Media gemeinsam mit der isländischen Firma ZikZak Filmworks vier Folgen, die sich um das Ende des SED‑Staates, seine Nachwirkungen und die dunklen Verflechtungen der Nachwendezeit drehen.
Viele internationale Partner bei der Produktion dabei
Partner sind Arte, der isländische Sender Síminn und DR aus Dänemark. Gedreht wurde bereits im Winter auf Island. Bis Ende des Monats laufen weitere Aufnahmen in Berlin – mitten an den historischen Schauplätzen der untergegangenen DDR. Ein Sendetermin steht noch nicht fest. Das berichtet das Medienmagazin dwdl.de.
Kollaps der DDR steht im Mittelpunkt der Serie
Im Mittelpunkt der Serie steht die Zeit des Umbruchs: der Kollaps der DDR, das Ende alter Machtstrukturen und die Frage, was von ihnen geblieben ist. In den Hauptrollen sind Stefania Berndsen und Jörg Schüttauf zu sehen.
Das ZDF beschreibt „Vanished – Cold Silence“ als Mischung aus Familiendrama und politischem Thriller. Der Fokus liegt auf der DDR und ihren Altlasten. Erzählt wird die Geschichte vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des sozialistischen Staates und seiner Folgen.
Stoff lässt das Team nicht unberührt
„Zwei historische Umbrüche parallel zu erzählen, hat uns sehr gereizt“, erklären die Produzentinnen Franziska Lindner, Britta Hansen und Executive Producer Sven Sund von Saxonia Media. „Und dann noch in einer unerzählten Verbindung zwischen dem Sehnsuchtsort Island und der DDR. Was passiert mit einer Gesellschaft, wenn alles wegbricht? Welche Kräfte werden stark? Das Verschwinden der DDR hat tiefe Spuren hinterlassen, der Beinahe-Bankrott Islands ebenso. Unsere Miniserie hat daher keinen in unserem internationalen Team unberührt gelassen.“
Die Geschichte beginnt mit einem grausigen Fund in Berlin. Bauarbeiter entdecken 2010 eine mumifizierte Leiche. Dieser Fund führt direkt zurück in die Zeit nach dem Ende der DDR. Für die deutsch‑isländische Polizistin Anna Becker, gespielt von Stefania Berndsen, ist der Fall hoch emotional. Ihr Vater Claas Becker verschwand 1991 spurlos. Gemeinsam mit dem Berliner Ermittler Mathias Neumann (Jörg Schüttauf) folgt Anna der Spur ihres verschwundenen Vaters.
Suche wird zu einer existenziellen Reise
Die Ermittlungen führen tief hinein in die chaotische Nachwendezeit: zu früheren Funktionären, stillen Profiteuren, alten Kontakten aus DDR‑Tagen und Korruption rund um die Treuhand. Machtmissbrauch reicht bis in höchste politische und gesellschaftliche Kreise. Schritt für Schritt wird deutlich, wie sehr das Ende der DDR Menschenleben geprägt – und in manchen Fällen zerstört – hat. Während Anna recherchiert, brechen bei ihr verdrängte Erinnerungen auf. Bilder aus der Kindheit, Fragmente einer Vergangenheit, die untrennbar mit dem Zusammenbruch des Staates verbunden sind.
Zwischen Berlin und Island wird die Suche nach der Wahrheit für Anna zu einer existenziellen Reise. Die DDR steht dabei nicht nur für ein verschwundenes Land, sondern für ein System, dessen Schatten bis heute reicht.


