In der ARD-„Monitor“-Dokumentation „Reichtum verpflichtet?“ (verfügbar in der ARD Mediathek) enthüllt der Immobilienmogul Josef Rick, wie unglaublich reich er wirklich ist. Sein Vermögen wird auf sagenhafte 40 bis 100 Millionen Euro geschätzt. Doch wie nutzt er diese unvorstellbaren Summen eigentlich? Und was hält er von Millionären?
„Vermögen ist etwas, mit dem man gestalten kann. Mit dem man die Möglichkeit hat, das zu beeinflussen, was man selbst beeinflussen möchte“, so der Unternehmer. „Man kann etwas bauen, man kann etwas investieren, man kann auch etwas spenden, man kann unterstützen. Allein, die Möglichkeit zu haben, macht einen frei“, erklärt Rick freimütig.
Rick, der seine Karriere als Unternehmensberater begann, gewährte einen seltenen Einblick in seine Finanzunterlagen. Einst verdiente er fast eine Million D-Mark pro Jahr – und zahlte keinen Pfennig Einkommenssteuer! Dank optimaler „Schlupflöcher für Privilegierte“ konnte er sich vor den Steuerzahlungen drücken.
Millionäre dürfen Steuern optimieren
Auch heute noch gelingt ihm das „Steuern optimieren“ spielend: „Wohlhabende haben sich dadurch der Steuerpflicht, wenn sie wollten, komplett entledigen können. Das gelingt mir im Wesentlichen heute auch noch. Das ist keine große Kunst.“
Trotzdem kritisiert Rick die Steuerprivilegien als unfair: Wohlhabende seien keine Leistungsträger. Die meisten Reichen in Deutschland seien Erben, die nichts geleistet hätten. Rick fordert eine Vermögenssteuer: Es fehle überall an Geld, aber wir erheben diese Steuern nicht. Das sei ein Skandal.

Vermögensforscher Markus Grabka stimmte Rick zu und warnte vor einem massiven Ungleichgewicht: Arbeit werde höher besteuert als Vermögenseinkünfte. Die Reichen würden immer reicher, die Armen immer ärmer – das sei politisch gewollt.
Manche Millionäre halten das unfaire System für gut
Auch Georges Kern, Geschäftsführer der Luxusuhren-Firma Breitling und stolzer Besitzer eines geschätzten Vermögens von 250 Millionen Euro, spricht in der Dokumentation. Doch im Gegensatz zu Rick sieht er das Steuersystem nicht als problematisch: Die Gewinner-Mentalität habe man in Deutschland verloren. Ich wolle immer gewinnen – egal wann und wo.
Im Kern verteidigt Kern also die Steuerprivilegien für Unternehmer: „Das sind keine Privilegien. Der Staat sollte froh sein, dass es die Unternehmer gibt, die ins Risiko gehen. Ich finde, man sollte solche Leute belohnen für das, was sie tun, für den Beitrag, den sie leisten.“ Er glaubt nicht, dass eine Vermögenssteuer das Problem löst: Der Staat kassiere ständig ab und Deutschland schwimme in Geld.



