Ehrliche Worte

Oliver Pocher: „Würde Job nie hintenanstellen, um nur für die Kinder da zu sein“

Klare Kante statt Kuschelkurs: Oliver Pocher löst mit Aussagen über seine Kinder Diskussionen aus.

Author - Julia Nothacker
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Oliver Pocher hat fünf Kinder von zwei Frauen.
Oliver Pocher hat fünf Kinder von zwei Frauen.Sven Simon/imago

Wenn Oliver Pocher den Mund aufmacht, sind Schlagzeilen garantiert. Doch diesmal geht der Comedian für viele einen Schritt zu weit: Mit ungewohnt deutlichen Aussagen über seine Kinder polarisiert der Entertainer – und spaltet die Meinungen der Fans.

Oliver Pocher drohte seine Söhnen mit dem Internat

Oliver Pocher gilt sicherlich nicht als schlechter Vater – im Gegenteil: Immer wieder betont der Comedian, wie wichtig ihm seine Kinder sind und wie viel er für sie tut. Das sollte man dem 48-Jährigen definitiv nicht absprechen.

Auf einige wirken Ollis Erziehungsmethoden jedoch streng und ungeschönt, während andere diese harte Ehrlichkeit schätzen. Genau dieser Mix aus Fürsorge und klarer Kante ist es, der Gesprächsstoff bietet. Und das weiß Olli Pocher auch.

Zuletzt sorgte Pocher mit Aussagen über seine Söhne im Podcast „ungeskriptet“ für Aufsehen: „Sie hätten ja die Option gehabt, zu Hause zu wohnen. Wenn es nicht funktioniert, dann müssen wir auch Konsequenzen ziehen.“

Oliver Pocher versteht bei seinen Kinder nicht immer Spaß.
Oliver Pocher versteht bei seinen Kinder nicht immer Spaß.Panama Pictures/imago

Seine Söhne bekamen eine ganz klare Ansage: „Wenn das nicht funktioniert, ist es die einzige Chance. Weil ich setze mich mit euch nicht hin und kann hier jeden Tag irgendwelche Hausaufgaben durchgehen oder irgendwas anderes. Ihr seid ja nicht doof, ihr seid ja faul oder irgendwas anderes. Oder wenn ihr hier irgendwie nicht pariert, wenn das nicht funktioniert, dann müssen wir einen anderen Weg finden. Dann müsst ihr leider in ein Internat gehen.“

Oliver Pocher macht keine leeren Versprechungen, er zog seine Ankündigung durch. Die 14-jährigen Zwillinge mit Ex-Frau Alessandra Meyer-Wölden sind nun auf einem Internat in Spanien.

Ja, wenn’s um die Erziehung seiner Kinder geht, versteht Olli Pocher plötzlich keinen Spaß mehr. Eine Tatsache, die viele überrascht.

Seine fünf Kinder haben Oliver Pocher geerdet

Doch die Aussagen über seine Söhne und das Internat sind längst nicht die einzige Kontroverse. Im Podcast „tommy unlocks“ spricht Oliver Pocher über die Zeit, als Sandy nach der Trennung mit den drei gemeinsamen Kindern nach Miami zog, während er in Deutschland blieb.

Olli sei damals sogar öfter nur für ein Wochenende nach Miami gereist, erzählt er. 13- oder 14-mal im Jahr sei er dort gewesen, das war normal.

Gleichzeitig gibt er aber auch zu, nicht in jeder Situation für die Kinder dagewesen zu sein. „Bei manchen Sachen war ich nicht dabei. Das ist Segen und Fluch zugleich. Nachteil: Du siehst die Kinder nicht so oft. Vorteil: Du siehst die Kinder nicht so oft. Bei den alltäglichen Sachen – die Schulzeit, da sage ich dann: ‚Ja, Pech, Sandy, wir haben sechs Stunden Zeitunterschied. Da kann ich ehrlicherweise nichts machen. Das musst du schon selber klären.‘“

Mit Alessandra Meyer-Wölden hat Oliver Pocher drei gemeinsame Kinder
Mit Alessandra Meyer-Wölden hat Oliver Pocher drei gemeinsame KinderFrederic Kern/imago

Heute weiß Olli: „Geld kommt und geht, aber Zeit geht nur in eine Richtung.“ Seine fünf Kinder haben ihn geerdet, erklärt er. Deshalb verbringt Oliver Pocher auch viel Zeit mit seinen Kindern, vor allem auf Reisen. Eines seiner größtes Hobbys: Konzerte auf der ganze Welt besuchen. Seine Teenager-Tochter sei ein riesiger Fan von Drake, deshalb sind er und die Kinder für ein Konzert mal eben nach Australien gereist.

Essen kochen, Wäsche waschen? Nein, danke!

Ja, Oliver Pocher ermöglicht seinen Kindern viel, was andere Väter nicht bieten können. Dafür ist der Comedian aber weniger zu alltäglichen Aufgaben bereit: „Das ist auch anstrengend. Deswegen ist immer Hilfe mit dabei, die Nanny und so. Ich finde das schon gut. Die wichtigen Sachen mache ich dann. Aber bei den alltäglichen Sachen, die dir den Nerv rauben – Essen kochen, Wäsche waschen – ist es gut, wenn du das outsourcen (auslagern) kannst.“

Olli sei vielmehr dafür da, um den Kindern Werte und Inhalte zu vermitteln, aber nicht zum Kochen und Wäsche waschen. Das gilt auch für den Urlaub, wo er meistens Hilfe hat. Denn: „Irgendjemand muss dann aufpassen oder man muss sich absprechen. Aber ich würde nie meinen Job hintenanstellen, um nur für die Kinder da zu sein. Das funktioniert halt nicht.“

Was halten Sie von Oliver Pochers Meinung zum Vatersein? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.