Wenn es einen Song gibt, der die späten 90er wie ein Tropensturm zurück auf die Tanzfläche holt, dann ist es „Mamboleo“ – Loona’s heißblütige Latin‑Pop-Version eines Liedes, das ursprünglich aus einer ganz anderen Ecke kam: Herbert Grönemeyers „Mambo“ von 1984.
Wie Herbert Grönemeyers „Mambo“ zum weltweiten Sommerhit „Mamboleo“ wurde
Was heute kaum jemand weiß: Dieser Strandparty‑Klassiker hat seine Wurzeln in deutschen Großstadt-Parkplatzproblemen. 1984 veröffentlichte Herbert Grönemeyer auf seinem Erfolgsalbum „4630 Bochum“ den Song „Mambo“, eine musikalische Momentaufnahme eines Mannes, der verzweifelt nach einem Parkplatz sucht, während im Hintergrund Motoren dröhnen. Der Track wurde zu einem seiner versteckten Kultsongs – aber erst 15 Jahre später sollte er weltweit Strandbars, Clubs und Festivals erobern.
1999 nahm sich das niederländische Musikprojekt Loona die Originalkomposition und ließ daraus den Latin-Dance‑Hit „Mamboleo“ entstehen. Ein Sing voller Sommerfeeling, Flirtstimmung und Dancefloor‑Vibes. Musikalisch blieb die Grundstruktur Grönemeyers jedoch erhalten, weshalb er weiterhin als Komponist genannt wird. Der Track erschien im Sommer 1999, schoss in die deutschen Charts und wurde einer der größten Sommerhits des Jahres.
Das farbenfrohe „Mamboleo“-Video zeigt Loona tanzend am Strand. Was bisher nur wenig bekannt war: Es wurden zwei Videos gedreht, eines davon in Schwarz-Weiß – auf Wunsch von Herbert Grönemeyer, dem Originalrechteinhaber. So tief war seine Verbindung zum Song, dass er selbst beim Videostil ein Mitspracherecht hatte.
Loona enthüllt, warum Grönemeyer das „Mamboleo“-Video neu drehen ließ
Wie weit dieses Mitspracherecht wirklich ging, verriet Loona-Sängerin Marie-José van der Kolk jetzt erstmals auf Social Media: „Es gab eine Person, der es nicht gefallen hat, und das zwar Herbert Grönemeyer. Der hat wirklich das Video verboten. Und dann hat VIVA gesagt: ‚Das neue Video von Loona dürfen wir nicht spielen, aber ihr hört jetzt den Song ohne das Video.‘“

Und weiter: „Herbert Grönemeyer hat verboten, dieses Video weiter zu zeigen, zu spielen. Er hat verlangt, dass wir ein neues Video drehen, in Südafrika, in Schwarz-Weiß. Ich bin voll farbig gewesen, mit meinen Klamotten, mit meiner Frisur. Und trotzdem, er wollte ein schwarz-weißes Video haben. Er hat die Summe bestimmt. Das war das Fünffache von dem, was wir ausgegeben haben für das erste Video. Mitten im Sommer ab nach Südafrika, aber hey, hier ist das Video, was dann dabei herausgekommen ist.“
Tatsächlich existieren auf YouTube zwei Musikvideos zu „Mamboleo“: Das ursprünglich farbenfrohe Video und das Schwarz-Weiß-Video nach Herbert Grönemeyers Wunsch. „Ja, es sieht schon geil aus, es sieht sehr ästhetisch aus“, sagt die Loona-Sängerin im Nachhinein zu dem zweiten Video. Sie bevorzugt aber ganz klar die erste Version.





