Paukenschlag bei RTLs Vorzeige-Kuppelshow „Die Bachelors“: Einer der Rosenkavaliere soll die Show vorzeitig abgebrochen haben und das ausgerechnet aus dem Grund, der sonst erst im großen Finale aufgelöst wird: Er hat sich verliebt. Die Aufmerksamkeit rund um die aktuelle 16. Staffel ist groß – und das hauptsächlich wegen des Skandal-Abbruchs. Dass die Info noch vor dem Start der Staffel an die Öffentlichkeit gelang (der Berliner KURIER berichtete zuerst), könnte womöglich auch eine klevere PR-Strategie sein. Das stellt zumindest Ex-Bachelor Daniel Völz jetzt in den Raum.
RTL-Bachelor bricht Show ab – steckt ein PR-Trick dahinter?
Was bislang im Bachelor-Kosmos undenkbar schien, wird jetzt Realität: Statt brav bis zum Finale durchzuhalten, soll der TV-Junggeselle eine radikale Entscheidung treffen – für die Liebe und gegen das Format. Ein Novum, das die Zuschauer spaltet.
Synchronsprecher und TV-Darsteller Daniel Völz, der 2018 den RTL-Bachelor mimte, kann sich vorstellen, dass es sich bei dem Show-Abbruch nicht um eine Panne handelt – im Gegenteil: „Für mich schreit das Ganze nach Aufmerksamkeit - nach dem Motto: ‚Der Arme -schaut alle hin!‘. Es geht darum, das Ganze interessant zu machen. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Sendung nicht mehr solch ein großes Publikum vor die Bildschirme lockt wie früher. Trotzdem ist die Sendung nach wie vor eines der Zugpferde von RTL“, sagt Daniel. „Man muss sich als Produktion oder Sender schon fragen: ‚Wie kämpfen wir gegen die WM an?‘ Das gab’s ja noch nie, dass ‚Der Bachelor‘ im Sommer während der WM lief. Heutzutage werden alle Register gezogen. Es ist nicht das klassische Happy End wie sonst, aber es ist mal was anderes.“

Soll heißen, der Show-Abbruch von einem der Bachelors ist womöglich inszeniert? So weit würde Daniel Völz nicht gehen, aber das von der Produktion nachgeholfen wurde, ist für den 41-Jährigen vorstellbar: „Ich glaube nicht, dass sich das ein Redakteur ausgedacht hat. Wenn es komplett an den Haaren herbeigezogen ist, würde ich es als Armutszeugnis für die Sendung bezeichnen. Was ich mir aber vorstellen kann, ist, dass von außen unterstützt wird. Ich glaube nicht, dass sich eine millionenschwere Produktion auf emotionale Entscheidungen verlässt und diese nicht abfängt bzw. zu Gunsten der Einschaltquoten kontrolliert. Es wird so zusammengeschnitten, wie sich die Produktion das vorstellt. Die Produktion führt die Regie und kann das dementsprechend drehen und wenden, wie das am besten für sie passt. Vieles davon ist – na ja, ich will jetzt nicht sagen zensiert –, aber es fallen viele Inhalte weg, die den Zuschauern ein schlüssiges Urteil möglich machen.“
Ex-Bachelor Daniel Völz packt aus: So stark mischt die Produktion wirklich mit
Daniel erzählt, dass auch zu seiner Zeit als Bachelor darauf geachtet wurde, dass sich die Liebessuche für ihn möglichst natürlich anfühlt. Bei den Zuschauern gehe es eher darum, eine Fantasie zu erzeugen. Sie sollen das Gefühl haben, wirklich dabei zuzusehen, wie sich zwei Menschen ineinander verlieben.
Kommt es nicht dazu – wie etwa 2020 bei Sebastian Preuss, der am Ende keine letzte Rose vergab –, versuche die Produktion laut Daniel Völz, Einfluss auf den Bachelor zu nehmen. „Ich weiß noch, damals zu meiner Zeit als Bachelor hat mir mein Vorgänger erzählt, dass er sich mit der Entscheidung sehr schwer getan hat, weil er sich nicht verliebt hat. Dann wurde ihm von der Produktion gesagt: ‚Pass auf, es geht nicht darum, dass du dich verliebst oder darum, dass das für die Ewigkeit hält. Es ist ein Spiel und es muss eine Gewinnerin geben!‘ Das ist nun mal das Konzept der Sendung. Das größte Problem ist, dass von der Produktion immer wieder auf einen eingeredet wird und man immer wieder gefragt wird: ‚Bist du dir wirklich sicher, dass du so entscheiden willst?‘ Und selbst, wenn man sich sicher ist, kommt dann: ‚Aber bist du dir wirklich sicher?‘ Dann fängt man irgendwann an, sich selbst zu hinterfragen.“

Der Berliner KURIER hat beim Sender RTL um ein Statement zu den Aussagen von Daniel Völz gebeten. Eine RTL-Sprecherin sagt: „Über Theorien rund um den Bachelor wird seit der ersten Rose diskutiert – und wahrscheinlich wird sich das auch nie ändern. Das gehört bei einem Format, das seit vielen Jahren die Zuschauerinnen und Zuschauer bewegt, einfach dazu.“
Abbruch aus Liebe? Für Daniel Völz schwer nachvollziehbar
Daniel Völz übt aber nicht nur Kritik an der Produktion, sondern auch am Bachelor direkt, der seiner Meinung nach trotz großer Gefühle auch anders handeln könnte. „Wenn es wirklich so sein sollte, dass man sich verliebt, ist doch die Frage: Wie geht man damit um? Man hat sich vorher für dieses Spiel entschieden. Dass man jetzt das Spiel nicht mehr weiterspielen möchte und nicht einfach die Arschbacken zusammenkneift, finde ich ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Es ist für mich schwer zu glauben.“
Es sei zudem möglich, gewisse Dinge mit den Kandidatinnen mehr oder weniger zu besprechen. „Ein Übernachtungsdate ist der perfekte Zeitpunkt, um gewisse Dinge abzusprechen“, sagt Daniel. Soll bedeuten: Man kann sich als Bachelor zwar schon entschieden haben, sollte die Illusion vom hin- und hergerissenen Bachelor aber aufrechterhalten, findet Daniel.




