Die Krokusse blühen und mit ihnen unsere Lust zu Flirten, uns zu Verlieben und Sex zu haben – so zumindest der Volksglaube. Doch fragt man im Bekanntenkreis herum, sind die Erlebnisse dann meistens eher durchmischt. Während die einen schwören, dass sie sich (und ihre Libido) bei den ersten warmen Sonnenstrahlen aus dem langen Winterschlaf aufwachen spüren, sind die anderen geplagt von Pollenallergie und Frühjahrsmüdigkeit. Was sagt also die Wissenschaft: Was ist an dem Mythos „Frühlingsgefühle“ wirklich dran?
Mehr Tageslicht sorgt für Frühlingsgefühle
Der größte Unterschied im Gegensatz zum Winter ist die warme Frühlingssonne: Mehr Sonnenstunden und wärmere Temperaturen locken uns aus dem Haus. Und das Sonnenlicht wärmt nicht nur unsere Haut auf. Es wirft im Gehirn die Produktion von Serotonin und Dopamin an, die Wohlfühl-Botenstoffe, die unsere Laune heben und mit ihr unsere Energie und unsere Anziehungskraft. Studien zeigen, dass längere Tage Menschen sozialer machen und dadurch die Chancen erhöhen, andere Leute zu treffen. Und vielleicht wird aus der Zufallsbegegnung dann etwas mehr ...
Im Frühling kann man sich gut riechen
Der Frühling ist nicht nur ein Augenschmaus – sondern auch ein olfaktorisches Erlebnis. Die Frühblüher verströmen ihren verführerischen Duft und wir mit ihnen mit. Denn wärmere Temperaturen können die Chemie unseres Körpers beeinflussen, inklusive unseres Geruchs und wie wir ihn wahrnehmen. Dass man sich „gut riechen kann“ ist nicht nur eine Redewendung. Wissenschaftler wissen schon lange, dass Geruch eine große Rolle darin spielt, wen wir anziehen finden. Das kann wiederum erklären, warum wir uns so plötzlich von jemandem angezogen fühlen, an den wir vorher keinen Gedanken verschwendet haben.

Im Frühling winkt ein Neuanfang – auch emotional
Frühling ist gleichbedeutend mit Neuanfang. Nach monatelangem Winterschlaf drängt es viele Sommerkinder und Frostbeulen zum Tatendrang – im Bett wie im Dating-Leben. Man hat mehr Lust auf spontane Unternehmungen, Abenteuer und neue Bekanntschaften. Passend dazu hat eine Studie von 2014 herausgefunden, dass im Frühling Dating-Apps vermehrt genutzt werden.
Wenn's warm wird, zeigen wir Haut
Simpel, aber dafür nicht umso weniger wahr: Wird's wärmer, sehen wir wieder mehr nackte Haut. Und das regt natürlich den sexuellen Appetit an. Dazu kommt auch, dass unterbewusste Zeichen von Flirten und Anziehung leichter zu sehen sind, wenn sie nicht unter einem Wollpulli verborgen bleiben. Im jedem Sinne können wir uns also weniger verstecken.



