Manche Obstsorten können gegen Kopfschmerzen helfen. Fotos: imago images/Shotshop, imago stock&people

Viele Deutsche leiden unter Kopfschmerzen und Migräne – laut Statistik sind mehr als 40 Prozent der Deutschen regelmäßig davon betroffen. Es ist ein Leiden, dass den Patienten das Leben schwer macht. Wenn der Schmerz alles beherrscht, ist ein normales Alltagsleben nur schwer vorstellbar. Doch Experten sind sicher: Es gibt Möglichkeiten zur Vorbeugung. Oft spielt schon die richtige Ernährung eine Rolle. KURIER verrät, welche Lebensmittel helfen.

Das Problem: Manche Menschen reagieren stark auf verschiedene Inhaltsstoffe aus Lebensmitteln. Dazu gehören laut einem Bericht der „Apotheken-Umschau“ unter anderem die Einweißstoffe Histamin und Tyramin, sie stecken unter anderem in Käse und Zitrusfrüchten. Auch das Pökelsalz Nitrit kann Kopfschmerzen verursachen – es kommt in verschiedenen Fleisch- und Wurstwaren vor.

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„Wir kennen sogar den Begriff Hot-Dog-Kopfschmerz“, sagte Professor Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik in Kiel, dem Magazin. „Nach dem Genuss von gepökelten Wurstwaren können starke Kopfschmerzen auftreten.“ Auch der Geschmacksverstärker Glutamat ist verdächtig. „Glutamat wirkt im Organismus wie ein Botenstoff und verursacht möglicherweise durch eine Überaktivierung der Nervenzellen im Gehirn Kopfweh“, so der Schmerzexperte.

Migräne: Ein konstanter Blutzuckerspiegel beugt Kopfschmerzen vor

Um Kopfschmerzen vorzubeugen sei es etwa wichtig, regelmäßig zu essen. „Ausschlaggebend ist nicht so sehr, was der Betroffene isst, sondern wie häufig und wie regelmäßig. Ein konstanter Blutzuckerspiegel ohne große Schwankungen im Tagesverlauf kann Migräneanfällen nachweislich vorbeugen oder die Häufigkeit reduzieren“, sagt Göbel. Und: Regelmäßiges Trinken ist ebenso wichtig, mindestens 1,5 Liter pro Tag. Aber: nicht unbedingt Alkohol. Vor allem süße alkoholische Getränke wie liebliche Weine lösen laut dem Experten öfter Attacken aus.

Es gibt aber auch Lebensmittel, die vorbeugen sollen. Wer gern Brot isst, sollte etwa besser auf Weißbrot, Weizen- und Milchbrötchen und Croissants verzichten. Besser sind laut Experten Sauerteigbrote und Backwaren ohne Hefe. Wenn es um Beilagen geht, sollen geschälter Reis und Hartweizennudeln weniger gut sein, besser seien Vollkornnudeln und Vollkornreis.

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Auch bei Obst und Gemüse gibt es Unterschiede. Manche Obstsorten enthalten etwa chemische Verbindungen, die im Körper in Stickstoffmonoxid umgewandelt werden. Der Stoff erweitert die Gefäße, was die Schmerzen nicht erst entstehen lässt. Zu empfehlen sind unter anderem Äpfel, Aprikosen, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Kirschen, Johannisbeeren und Nektarinen- Melonen enthalten zudem noch viel Wasser. Auch manche Nuss- und Fruchtsorten sollen helfen, dazu gehören Macadamia-Nüsse, Esskastanien, Pinienkerne und Sonnenblumenkerne.

Lebensmittel gegen den Schmerz: Finger weg von altem Käse!

Bei den Getränken sind immer Wasser und Kräutertees die richtige Wahl, zudem soll Ingwertee vorbeugend wirken. Verzichten sollten gerade Patienten, die zu Kopfschmerzen neigen, auf zitrushaltige Obstsäfte. Und: Obacht auch beim Käse! Viele Käsesorten, die länger gereift sind, enthalten viel Tyramin, ein Schmerz-Auslöser. Dazu gehören unter anderem Bergkäse, Camembert, Cheddar, Gruyère, Gorgonzola, Chester und Harzer Käse. Alle, denen öfter mal der Schädel brummt, sollten diese Sorten besser in der Käsetheke lassen.