Kräuter-Saison

Bärlauch selbst pflücken? Diese Orte in Berlin sind ein Muss

Die Bärlauch-Saison hat angefangen! Diese Parks und Wälder in Berlin eignen sich zum Sammeln – und hier drohen Verbote oder Gefahren durch giftige Doppelgänger.

Author - Jana Hollstein
Teilen
Der Treptower Park bietet viel Bärlauch und Berliner Lauch.
Der Treptower Park bietet viel Bärlauch und Berliner Lauch.Funke Foto Services/imago

Auch in Berlin hat die Bärlauch-Saison begonnen. Zwischen März und Mai wächst das Kraut auch in unserer wunderschönen und immer grüner werdenden Stadt. Natürlich kann man Bärlauch für die leckeren Rezepte auch einfach kaufen – aber warum nicht selbst pflücken? Das macht den Genuss besonders lecker und geht auch in Berlin. Die Wildkräuterkarte von Waldsamkeit.de zeigt die besten Orte.

Bärlauch mag es besonders gerne feucht und schattig, ein nährstoffreicher Boden hilft ihm, zu gedeihen. In Berlin gibt es viele Parks, Wiesen und Wälder, in denen sich das knoblauchartige Kraut wohlfühlt, allerdings sollte man nicht einfach blind drauflos pflücken. An manchen Orten herrscht ein Pflückverbot, manchmal gibt es Einschränkungen und manchmal ist einfach Vorsicht geboten.

Bärlauch in Berlin: Hier haben Sammler keinen Erfolg

Der Grunewald und der Plänterwald sind zwar die bekanntesten Grünflächen der Stadt, aber nicht unbedingt die besten Orte für die Bärlauch-Suche. Der Grunewald ist gerade am Wochenende sehr voll und allzu viel Bärlauch findet sich dort im Vergleich nicht, dazu gibt es einige ausgewiesene Naturschutzgebiete; im Plänterwald ist es sogar verboten, Pflanzen oder Pflanzenteile mitzunehmen. Auch im  Spandauer Forst, der Jungfernheide und im Landschaftspark Herzberge gilt ein Verbot und das Pankower Tor ist so von Schadstoffen belastet, dass Pflücken nicht empfohlen wird.

Berliner Lauch, auch Wunder-Lauch genannt, ist mit dem Bärlauch eng verwandt. Ihn findet man auch unter anderem im Grunewald.
Berliner Lauch, auch Wunder-Lauch genannt, ist mit dem Bärlauch eng verwandt. Ihn findet man auch unter anderem im Grunewald.Joko/imago

Wo also Bärlauch sammeln? Im Tiergarten darf gepflückt werden, aber nicht, was von Menschenhand gepflanzt wurde. Besonders viel Glück hat man im Norden Berlins. Blankenfelde bietet „ein Eldorado für Wildkräutersammlerin_innen“ wie es auf Waldsamkeit.de heißt, allerdings gibt es auch hier teilweise Naturschutzgebiete. Zwar ist das Pflücken im Botanischen Volkspark nicht erlaubt, jedoch bieten Wiesen und Wälder im westlichen Parkwald eine gute Anlaufstelle für das Kraut. In Französisch Buchholz steht der Bärlauch-Ernte ebenfalls nichts im Weg – wenn er dort denn wächst.

Viel Bärlauch in Rosenthal und im Tegeler Forst

Wer seine Bärlauch-Exkursion mit einer Geschichtsstunde verbinden mag, der ist auf dem Mauerweg in Rosenthal gut aufgehoben. Waldsamkeit.de empfiehlt, an der Tramstation „Rosenthal (Nord)“ auszusteigen und Richtung Norden später links die Gleise zu überqueren. Hier darf bei einer großen Vielfalt von Wildkräutern fleißig gesammelt werden.

Der Tegeler Forst ist auf beiden Seiten der A111 für Wildkräutersammler interessant. Wer nach Berliner Lauch sucht, der wird in der Nähe des Strandbads fündig. Im Naturschutzgebiet im Westen darf zwar nicht gesammelt werden, ansonsten darf gepflückt werden, was wächst.

Die Blätter des giftigen Maiglöckchens werden oft mit Bärlauch verwechselt.
Die Blätter des giftigen Maiglöckchens werden oft mit Bärlauch verwechselt.Gottfried Czepluch/imago

Attraktiv für Berliner Bärlauch-Jäger ist auch vor allem das Tempelhofer Feld. Teilabschnitte sind zwar wegen seltenen Vogelarten geschützt, ansonsten darf aber gesammelt werden, was das Herz begehrt – natürlich auch Bärlauch. Ebenfalls zentral und mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Wildkräutern: Der Treptower Park. Gebäude und Wiesenränder sollten wegen der vielen Menschen gemieden werden, aber im nördlichen Wäldchen und am Karpfenteich im südlichen Teil kann man fündig werden.

Noch einmal Bärlauch in der Wuhlheide sammeln, bevor es zu spät ist

Die Wuhlheide könnte in naher Zukunft unter Schutz gestellt werden, noch ist dem aber nicht so – also besser ausnutzen, bevor es zu spät ist. Ganz im Nordwesten, am Hegemeisterweg, findet sich Berliner Lauch. Und für Bärlauch-Sammler, die kein Problem haben, über die Stadtgrenzen hinaus zu fahren, bietet Neuenhagen, mit Ausnahme des Naturschutzgebietes Mühlenfließ, viele Wildkräuter.

Wie immer gilt natürlich auch in dieser Bärlauch-Saison: Vorsicht vor giftigen Doppelgängern! Denn die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlose sehen Bärlauch zum Verwechseln ähnlich.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Wo sammeln Sie gerne Bärlauch? Schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com