Stromspar-Tipps

Das Haushaltsgerät, das so viel Strom frisst wie 65 Kühlschränke gleichzeitig

Der Elektrobackofen zählt zu den größten Stromfressern eines Haushalts. Mit einfachen Tipps lässt sich der Stromverbrauch deutlich senken.

Author - Sharone Treskow
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Der Elektrobackofen ist ein unterschätzter Stromfresser. (Symbolbild)
Der Elektrobackofen ist ein unterschätzter Stromfresser. (Symbolbild)Westend61/Imago

Er steht in jeder Küche – unscheinbar, vertraut, scheinbar harmlos: der Elektrobackofen. Ob als Einbaugerät oder freistehend, er wirkt wie ein ganz normales Küchengerät. Doch hinter der Glasfront steckt einer der größten Stromfresser des gesamten Haushalts. Kaum jemand ahnt es, aber ein Backofen kann im Extremfall so viel Leistung ziehen wie 65 Kühlschränke, die gleichzeitig laufen. Warum das so ist und wie man den Energiehunger bändigt.

Warum der Elektrobackofen so viel Energie verbraucht

Physikalisch ist die Sache simpel: Ein Ofen muss hohe Temperaturen erzeugen und halten – und das dauerhaft. Dafür braucht er enorme Mengen Strom. Ein Kühlschrank hingegen muss lediglich einmal erzeugte Kälte innerhalb eines gut isolierten Gehäuses bewahren. Der Unterschied im „Arbeitsaufwand“ ist riesig.

Ein normaler Elektrobackofen kommt auf 2.000 bis 5.000 Watt, während ein Kühlschrank meist zwischen 300 und 800 Watt benötigt. Schon der Vergleich zeigt die Größenordnung: Beim Aufheizen oder im Hochleistungsbetrieb verbraucht ein Backofen kurzzeitig so viel wie Dutzende Kühlschränke – in Spitzenmomenten sogar die berühmten 65 Geräte gleichzeitig.

Ein Elektrobackofen hat eine Leistung von 2000 bis 5000 Watt. (Symbolbild)
Ein Elektrobackofen hat eine Leistung von 2000 bis 5000 Watt. (Symbolbild)Westend61/Imago

Auch die Monatsbilanz beeindruckt: Je nach Nutzungsdauer und Kochgewohnheiten verursacht ein Backofen 40 bis 90 kWh Strom pro Monat. Eine amerikanische Untersuchung mit 100 Haushalten zeigte sogar, dass der Backofen in manchen Fällen bis zu 26 Prozent des gesamten Jahresstromverbrauchs eines Haushalts ausmachte – weit mehr, als ein Kühlschrank je erreichen würde.

Natürlich gilt: Nicht jeder Ofen frisst gleich viel. Größe, Isolierung, Alter, Modell und Kochdauer beeinflussen den Verbrauch stark. Doch eines bleibt gleich: Der Backofen gehört zu den am meisten unterschätzten Energiefressern im Haushalt.

So lässt sich der Stromverbrauch sofort reduzieren

Das Gute: Man muss weder neue Geräte kaufen noch die eigenen Kochgewohnheiten komplett umstellen. Ein paar einfache Routinen reichen, um merklich Strom zu sparen:

Mit minimalem Aufwand lässt sich der Energiehunger des Ofens um einen überraschend großen Anteil reduzieren. (Symbolbild)
Mit minimalem Aufwand lässt sich der Energiehunger des Ofens um einen überraschend großen Anteil reduzieren. (Symbolbild)Monkey Business 2/Imago

Backofen früher ausschalten: fünf bis zehn Minuten vor Garzeitende ausschalten – die Restwärme erledigt den Rest. Tür geschlossen halten: Jeder Blick durch die geöffnete Tür lässt die Temperatur einbrechen und zwingt die Heizspiralen zu neuem Energieaufwand. Richtiges Kochgeschirr nutzen: Dunkle, schwere Formen speichern Wärme besser und verkürzen so die Garzeit. Standby vermeiden: Manche Modelle ziehen auch im Ruhezustand Strom. Komplett ausschalten oder Stecker ziehen hilft über Wochen spürbar.

Wie der Ofen im Vergleich zu anderen Stromfressern dasteht

Der Trockner gilt gemeinhin als Energieräuber und tatsächlich benötigt auch er 4000 bis 5000 Watt pro Durchlauf. Doch der Backofen erreicht ähnliche Spitzenwerte, wird aber oft spontaner und häufiger benutzt, weshalb der Effekt über den Monat gesehen größer ausfallen kann.

Der Kühlschrank läuft zwar ständig, verbraucht aber insgesamt deutlich weniger Energie, weil er nie große Hitze erzeugen muss.