Kanzlerin Angela Merkel begrüßt Stefan Lofven, Ministerpräsident von Schweden, auf dem EU-Gipfel. dpa/John Thys

Mit stehendem Applaus haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem wohl letzten EU-Gipfel verabschiedet. Ratspräsident Charles Michel ließ sich in seiner Dankesrede am Freitag zu dem Ausspruch hinreißen, ein Gipfel ohne Merkel sei wie „Rom ohne den Vatikan oder Paris ohne den Eiffelturm“.

Insgesamt 107 EU-Gipfel mit harten Verhandlungen, nächtelangen Debatten und wohl auch einigen unterhaltsamen Momenten hat Merkel als die mit Abstand dienstälteste Regierungschefin der EU erlebt. Beim nächsten Gipfel am 16. und 17. Dezember könnte bereits ihr möglicher Nachfolger Olaf Scholz (SPD) seinen Einstand geben.

Merkel als „Kompromiss-Maschine“ geehrt

Als nimmermüde „Kompromiss-Maschine“ würdigte der luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel die 67-jährige Merkel am Freitag beim Gipfel – und fasste ihre Arbeit damit treffend zusammen. Denn die Kanzlerin galt zwar als gute Krisenmanagerin. Doch wurde wird sie auch dafür kritisiert, wenig Impulse für die Erneuerung Europas gegeben zu haben.

Auch in Deutschland warfen nicht wenige Merkel vor, den ehrgeizigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit seinen Reformvorschlägen von 2017 im Regen stehen gelassen zu haben.