Wer im Bundestag sitzt, verdient nicht nur mehr als der durchschnittliche Arbeitnehmer, sondern hat auch im Alter mehr Geld. Das ist bekannt, doch wie krass die Unterschiede schon nach vier Jahren im Parlament sind, ist schockierend! Die Linke hat die riesige Rentenlücke jetzt mal knallhart durchrechnen lassen.
Normalbürger erreichen Politiker-Bezüge erst nach Jahrzehnten
Während Normalverdiener jahrzehntelang schuften müssen, um im Alter halbwegs mit der Rente über die Runden zu kommen, rauschen Abgeordnete schon nach einer Legislaturperiode in deutlich komfortablere Gefilde.
Fraktions-Rentenexpertin Sarah Vollath sagt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Abgeordnetendiät und die Altersentschädigung für Politiker bewegten sich schon nach vier Jahren im Bundestag auf einem Niveau, das mit dem Alltag der meisten Menschen wenig zu tun habe.

Ihr Fazit fällt drastisch aus: „Um die gleichen Ansprüche zu erhalten wie ein Bundestagsabgeordneter nach einer Legislatur, müsste ein Beschäftigter knapp 28 Jahre lang in Vollzeit arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen. Und das auch nur, wenn die Diätenerhöhung ausgesetzt wird.“ Das sei „einfach absurd“. Und weiter: „Wenn die Diätenerhöhung nicht ausgesetzt wird, wären es ab Juli sogar 29 Jahre.“
Abgeordnete sollen in Rentenkasse einzahlen
Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat für die Linke den Durchschnittsverdienst eines Arbeitnehmers zugrunde gelegt. Das Ergebnis: Ein Arbeitnehmer muss etwa siebenmal so lange arbeiten wie ein Abgeordneter, um auf eine vergleichbare Altersversorgung zu kommen. Vollath fordert deshalb, dass Abgeordnete endlich in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.
Dabei wollen in diesem Jahr eigentlich alle Fraktionen auf die automatische Diätenerhöhung verzichten. Mitte Mai hieß es aus der Union, man denke darüber nach, den Verzicht zeitlich mit Reformgesetzen zu verknüpfen. Damit soll ein Signal gesetzt werden, dass auch Politiker bereit seien, Opfer zu bringen.
Eigentlich sollten die Diäten der 630 Abgeordneten zum 1. Juli um 497 Euro steigen auf rund 12.330 Euro im Monat. Möglich macht das ein Automatismus im Abgeordnetengesetz, der die Bezüge an die Entwicklung der Durchschnittslöhne koppelt. Ein Mechanismus, der in Zeiten knapper Kassen und wachsender sozialer Spannungen immer wieder für Zündstoff sorgt.



