Auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Gendarmenmarkt gilt die 2G-Regel, doch die meisten Leute meiden Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen. Sabine Gudath

Die Spaltung geht durch Deutschland: Sie unterscheidet das Land nicht nur in die Mehrheit von Geimpften und die Minderheit der Nicht-Geimpften. Dieser Unterschied geht offenbar auch mit einem grundverschiedenen Umgang mit Vorsichtsmaßnahmen gegen die Pandemie einher. Grundsätzlich verhalten sich zwei von drei Bürgern wegen der heftigen Corona-Welle einer Umfrage zufolge wieder vorsichtiger im Alltag.

Etwa 63 Prozent haben nach eigener Aussage im Privaten ihre Verhaltensweisen geändert, wie die am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Erhebung im Auftrag von RTL und ntv ergab. Mehrheitlich nichts an ihren Alltagsgewohnheiten geändert hat dagegen demnach die Gruppe der Ungeimpften (54 Prozent). Sie pfeifen also auf Abstand, Masken und Hygieneregeln. 

Mehrheit meidet Restaurants, Kneipen, Konzerte und Weihnachtsmärkte

Diejenigen, die sich vorsichtiger verhalten, geben vor allem an, dass sie keine öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerte oder Weihnachtsmärkte besuchen (75 Prozent) und dass sie wieder stärker auf Hygiene- und Abstandsregeln achten (74 Prozent). 65 Prozent haben demnach private Kontakte eingeschränkt, 53 Prozent verzichten auf den Besuch von Restaurants, Kneipen oder Cafés.

Der Anteil der Bundesbürger, die bei weiter steigenden Infektionszahlen auch einen „Lockdown“ einschließlich Schließung von Geschäften, Clubs und Freizeiteinrichtungen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen und eines Verbots größerer Veranstaltungen für richtig halten, liegt bei 70 Prozent. Und mittlerweile 73 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für eine allgemeine Impfpflicht aus. Mehrheitlich gegen eine generelle Impfpflicht sind nur die AfD-Anhänger (65 Prozent).