Screenshot Instagram/Wonder Waffel Bei Wonder Waffel gibt es Waffeln mit ausgefallenen Toppings – und nun auch Gratis-Kaffee. Ob Nutzer des kostenlosen Angebots geimpft, genesen oder ungeimpft sind, ist für das Unternehmen irrelevant.

Gut gemeint, aber schlecht performt. Die Berliner Nachtisch-Kette „Wonder Waffel“ sorgt  mit einer Marketingaktion für Stunk im Netz. Wie das Unternehmen am Mittwoch auf Instagram bekannt gab, bekommen Ungeimpfte in den Filialen kostenlos Kaffee. Doch auch Genesene und Geimpfte sollen nicht ausgeschlossen werden: Die Aktion gilt für alle, unabhängig vom Impfstatus.

Mitten in der vierten Welle drehen Berlins Gastronomen am Rad und bieten in ihren Cafés  Ungeimpften einen Gratis-Kaffee an. Dazu gehört auch die Franchise-Kette „Wonder Waffel“. Sie warb am Dienstag mit einem „Gratis Kaffee für Ungeimpfte“ in ihren  Berliner Filialen auf Instagram und auf Facebook. An der Spree betreibt die Kette sieben Filialen, insgesamt gibt es 42 Geschäfte deutschlandweit.

„Wonder Waffel“ reagierte mit der Gratis-Aktion auf die seit Samstag geltende 2G-Regel für viele Bereiche des öffentlichen Lebens. Demnach dürfen nur noch Geimpfte und Genesene mit entsprechendem Nachweis beispielsweise ein Restaurant betreten. Auch Wonder Waffel ist von der Regel betroffen. Ungeimpfte haben keinen Zutritt zu den Waffel-Läden.

Wonder Waffel löscht seinen Beitrag

Das Kreuzberger Franchise-Unternehmen setzt dem Schreiben zufolge auf „Toleranz und Respekt“ und erinnert an das Vor-Pandemiejahr 2019. Man finde die 2G-Regel „sehr schade“, so das Familienunternehmen. Man wolle Gäste „nicht auf ein Zertifikat beschränken“. Auch auf Twitter hieß es: „Wir finden es sehr schade, dass wir die 2G-Regel in unseren Stores haben, da wir so viele Stammgäste nicht mehr begrüßen können.“ Daher bekämen Ungeimpfte den ganzen Dezember über Gratis-Kaffee.

Am Mittwoch teilte das Unternehmen dann mit: „Wir haben den Beitrag gelöscht, damit sich Menschen und Freunde nicht untereinander streiten und diskutieren, dafür sind wir die falsche Plattform.“ Zudem seien „unnötige Bewertungen und Rezensionen abgegeben“ worden, die „leider komplett inhaltslos sind und nichts mit einer Besuchererfahrung zu tun haben, sondern einfach Schaden zufügen möchten“.

Lesen Sie auch: Riesen-Frust, zu wenig Impfstoff: 1000 Berliner Arztpraxen stoppen Corona-Impfung>>

Wonder Waffel betont, dass die Aktion trotz heftiger Kritik weiterhin im Dezember gelte. Zuvor hatten die Betreiber mitgeteilt: „Jeder darf und muss sagen können, was er möchte in unserem wunderschönen Land. Das haben wir uns aufgebaut. Das sind wir den Menschen schuldig, die vor uns dafür gekämpft haben.“

Mehrere User hatten sich zuvor beschwert. Eine Nutzerin schrieb auf Twitter:„ Ihr steht nicht für Toleranz und Respekt! Ihr steht bei den Unsolidarischen und Schwurblern. Ihr steht bei denen, die unsere Kinder, Großeltern und uns selbst in Gefahr bringen. Ihr steht bei denen, die uns müde, ängstlich und wütend machen. Dank für nix.“

„Wir sind für Meinungsfreiheit und möchten mit dieser Aktion ein Zeichen setzten“

Auch in der Uhlandstraße macht ein Café von sich reden, das mit einer Aktion gezielt Ungeimpfte anspricht. Auf der Facebook-Seite des Café San Sebastian, das für seinen Cheesecake bekannt ist, heißt es in einem Post vom 24. November: „Wir sind für Meinungsfreiheit und möchten mit dieser Aktion ein Zeichen dafür setzten, dass wir gegen diese unfairen und teilweise sinnlosen Maßnahmen sind.“

Lesen Sie auch: Wegen Omikron-Variante: Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte! Steht Weihnachten auf dem Spiel?>>

„Gratis-Kaffee für Ungeimpfte“, so die Werbebotschaft auf dem Bild des San Sebastian. Ergänzt wird sie in der Bildbeschreibung: Demnach richtet sich das Angebot an alle, die einen Kuchen zum Mitnehmen kaufen, auch an Genesene und Geimpfte. Man wolle „fair“ sein.