Blutige Wolfsattacke

Grillabend wird zum Albtraum: Wolf greift Zweijährigen an – der Familienhund stirbt

Ein Wolf greift in der Toskana einen Zweijährigen an. Familienhündin Destiny greift ein und bezahlt ihren Einsatz mit dem Leben.

Author - Stefan Henseke
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So stellt sich eine KI den Wolfsangriff auf die Grillparty in Italien vor. Der Hund verteidigte seine Familie und wurde anschließend totgebissen.
So stellt sich eine KI den Wolfsangriff auf die Grillparty in Italien vor. Der Hund verteidigte seine Familie und wurde anschließend totgebissen.STH/KI/Berliner KURIER

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt seit Jahren. Bis zu 3000 Wölfe und rund 220 Rudel sollen es inzwischen sein – vor allen Dingen in Brandenburg und Niedersachsen. Die steigende Anzahl an Wölfen weckt auch Ängste. Während Naturschützer immer wieder betonen, dass Wölfe Menschen in der Regel meiden, sorgt ein dramatischer Vorfall aus Italien (3000 bis 3500 Wölfe) jetzt für neue Diskussionen.

In Italien: Ein Wolf greift Zweijährigen bei Grillparty an

Im italienischen Camaiore in der Toskana wurde ein gemütlicher Grillabend innerhalb weniger Sekunden zum Albtraum. Ein ausgewachsener Wolf drang am Samstagabend gegen 20.30 Uhr auf ein Privatgrundstück im Ortsteil Orbicciano ein – und steuerte direkt auf einen zweijährigen Jungen zu, der im Garten spielte, wie suedtirolnews berichtet.

Nur der mutige Einsatz der Familienhündin Destiny verhinderte offenbar Schlimmeres. Die sieben Jahre alte Mischlingshündin stellte sich ohne Zögern schützend vor das Kleinkind. Der Wolf griff den Hund jedoch an und verletzte ihn mit tödlichen Bissen an der Kehle.

Auch die Mutter des Jungen handelte geistesgegenwärtig. Sie brachte ihr Kind in Sicherheit und versuchte gleichzeitig, ihrer Hündin zu helfen. Dabei wurde sie selbst verletzt und musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben der italienischen Zeitung Corriere waren ihre Verletzungen glücklicherweise nicht lebensbedrohlich.

Die Hilfeschreie der Familie alarmierten die Nachbarn. Mehrere Anwohner eilten sofort herbei, um zu helfen. Der zweijährige Junge blieb dank des beherzten Eingreifens seiner Mutter und des Hundes körperlich unverletzt.

In Italien wird jetzt ein Ende des Wolfschutzes gefordert

Der Vorfall erschüttert die Bewohner der Region. Orbicciano liegt auf lediglich 235 Metern Höhe und ist von ausgedehnten Waldgebieten umgeben, die regelmäßig von Wanderern und Ausflüglern genutzt werden. Dass ein Wolf in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern so offensiv auftritt, sorgt dort für große Verunsicherung.

Auch in Deutschland gibt es immer mehr Wölfe: Rund 3000 sollen es inzwischen sein.
Auch in Deutschland gibt es immer mehr Wölfe: Rund 3000 sollen es inzwischen sein.Martin Wagner/imago

Der Angriff hat in Italien die Debatte über den Umgang mit den Raubtieren neu entfacht. Der Nationale Verband zum Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens fordert ausdrücklich kein Ende des Wolfsschutzes, spricht sich aber für ein aktives Bestandsmanagement aus. In einer Stellungnahme verweist der Verband auf europäische Ausnahmeregelungen, die Eingriffe erlauben, wenn die Sicherheit der Bevölkerung gefährdet ist.

Erst im April sagte Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, dass Waldbesucher keine Angst vor Wölfen haben müssten. Ihm sei kein Wolfsangriff auf Menschen in freien Natur bekannt, sagte Freise.

Er wohne mit seiner Familie im Segeberger Forst und sehe immer wieder Wölfe, auch beim Spaziergang mit Hunden. „Die Wölfe sind mal interessiert, gerade jüngere Wölfe, mal nicht. In Schleswig-Holstein ist uns kein Fall bekannt, wo es wirklich zu kritischen Annäherungen gekommen ist.“