Die Einreise in die USA ist spätestens seit dem 11. September 2001 sehr streng geregelt. Seit letztem Herbst setzt die amerikanische Grenzschutzbehörde an Flughäfen auch auf Künstliche Intelligenz. Die Behörde hat jetzt veröffentlicht, wie genau sie KI nutzt.
Zum Beispiel, um „Personen von Interesse“ beim Grenzübertritt zu identifizieren. Eine KI scannt nahezu in Echtzeit die Social-Media-Feeds der betreffenden Person. 31 KI-Anwendungen sind bei der Grenzschutzbehörde bereits im Einsatz, 28 weitere befinden sich derzeit in der Entwicklung oder im Teststadium.
„Taktische Zielerfassung“ bei der Grenzkontrolle in den USA
Fivecast Onyx nennt sich eine solche Software. Sie ist laut Herstellerangaben in der Lage, öffentlich zugängliche Inhalte über eine Person binnen weniger Augenblicke zu erfassen. Vom öffentlich geposteten Foto auf Instagram bis zum längst vergessenen Blogbeitrag von vor 15 Jahren.
Und: Die Software kann die Inhalte rasch sortieren und für die Grenzbeamten so aufbereiten, dass diese entscheiden können, ob die einreisende Person „von Interesse“ ist. Der australische Hersteller nennt diese Methode übrigens „taktische Zielerfassung“.
KI soll auch die Gefühlslage von Menschen erkennen
Zu den KI-Fähigkeiten gehört aber nicht nur eine vergleichsweise simple Onlinesuche. So bietet der Hersteller auch Objekterkennung an. Das System soll darüber hinaus in der Lage sein, natürliche Sprache nach „riskanten“ Schlüsselwörtern oder Phrasen zu scannen. Außerdem soll es Logos zuverlässig erkennen. Des Weiteren soll das Programm in der Lage sein, die Emotion einer Person zu erkennen.
Das ist aber längst nicht die einzige KI-Software, die Einreisende durchleuchtet. Auch Software von Dataminr wird eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Überwachungssoftware, die speziell für Social Media entwickelt wurde.
Das Unternehmen erlangte eine gewisse Bekanntheit, als es durch seine Analysetools 23 Minuten vor anderen Medienhäusern vom Tod Osama Bin Ladens berichten konnte. Auch die Corona-Pandemie will das Unternehmen laut eigenen Angaben allein durch die Überwachung von Social Media vorausgesagt haben.

EU-Offizielle müssen sich besser auf die Einreise in die USA vorbereiten
Laut der Financial Times wurden die Sicherheitsrichtlinien für EU-Beamte, die zu den kommenden Frühjahrstreffen der Weltbank und des IWF nach Washington reisen, deutlich verschärft. Die neuen Vorgaben entsprechen jenen für Reisen nach China.
EU-Mitarbeiter werden angehalten, ihre Handys vor dem Grenzübertritt abzuschalten und in speziellen Hüllen zu verwahren. Zusätzlich wird empfohlen, Visa in diplomatischen Dokumentenmappen statt im Pass aufzubewahren, um Komplikationen zu vermeiden.



