Verbraucherzentrale warnt

Von diesen Vapes geht Brandgefahr aus – was Verbraucher wissen müssen

Gefühlt ist halb Berlin inzwischen auf Vapes umgestiegen. Doch eine bestimmte Art birgt ein großes Risiko.

Author - Sharone Treskow
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Wer eine bestimmte Sorte Vapes kauft, sollte sich wohl lieber davon verabschieden.
Wer eine bestimmte Sorte Vapes kauft, sollte sich wohl lieber davon verabschieden.Kroshka__nastya / Magnific

Sie sind sehr beliebt: Der aktuelle Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) beziffert die Zahl der E-Zigaretten-Konsumenten in Deutschland auf rund 4,3 Millionen. Vor allem die Einweg-Variante steht zunehmend in der Kritik, und das nicht nur wegen wachsender Müllberge. Die Vapes bergen auch ein ernstes Sicherheitsrisiko. Die Verbraucherzentrale Berlin warnt: Einweg-E-Zigaretten gehören auf keinen Fall in den Hausmüll oder den Gelben Sack.

Einweg-Vapes sorgen für Ärger: Brandgefahr steigt, Verbot rückt näher

Der Grund liegt im Inneren der Geräte: Jede Vape enthält einen Akku und gilt damit als Elektrogerät. Falsch entsorgt kann das gefährlich werden, denn beschädigte Batterien können Brände auslösen. Schon jetzt entstehen durch solche Vorfälle Schäden in Millionenhöhe, die letztlich auch die Müllgebühren für Verbraucher erhöhen.

Gleichzeitig verschärfen sich die Regeln: Ab Juli 2026 müssen alle Verkaufsstellen – auch Kioske, Tankstellen und kleine Läden – gebrauchte Geräte kostenlos zurücknehmen.

Was vielen nicht klar ist: Einmal-Vapes gelten als Elektrogerät.
Was vielen nicht klar ist: Einmal-Vapes gelten als Elektrogerät.Kroshka__nastya/Magnific

Die Kritik an Einweg-Vapes wächst seit Jahren. Die Geräte sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und landen nach kurzer Zeit im Müll, obwohl sie wertvolle Rohstoffe enthalten. Neben Kunststoffen und Metallen steckt in jeder Vape ein Lithium-Ionen-Akku, der eigentlich recycelt werden könnte. Stattdessen gehen diese Materialien verloren.

Lithium-Akkus machen Entsorgung zum Risiko

Umweltverbände und Politiker bemängeln deshalb den hohen Ressourcenverbrauch bei gleichzeitig kurzer Lebensdauer. Auch aus Sicht des Jugendschutzes stehen die bunten Geräte mit ihren vielen Geschmacksrichtungen und niedrigen Preisen in der Kritik.

Die Sicherheitsproblematik verschärft die Debatte zusätzlich. Akkus in falsch entsorgten Vapes lösen immer häufiger Brände in Müllfahrzeugen, Recyclinghöfen und Entsorgungsanlagen aus. Die Folgen reichen von Sachschäden bis zu längeren Betriebsausfällen. Deshalb fordern Bundesländer wie Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ein Verbot der Produkte.

Vapes sollten nicht einfach in den regulären Müll geworfen werden.
Vapes sollten nicht einfach in den regulären Müll geworfen werden.YuliiaKa / Magnific

Das größte Problem liegt in den fest verbauten Akkus. Gelangen Einweg-Vapes in den Restmüll oder die Gelbe Tonne, können sie beim Transport oder in Sortieranlagen beschädigt werden. Wird ein Akku gequetscht, droht Überhitzung – im schlimmsten Fall entsteht ein Feuer.

Wo es schon besser gemacht wird

Zudem belastet unsachgemäße Entsorgung die Umwelt. Schadstoffe können in Boden und Wasser gelangen, während gleichzeitig wertvolle Rohstoffe verloren gehen. Experten sehen hier dringenden Handlungsbedarf, um die Risiken einzudämmen und das Recycling zu verbessern.

Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) plant entsprechende Schritte. In einigen europäischen Ländern ist man bereits weiter: In Frankreich und Belgien sind Einweg-Vapes schon verboten, andere Staaten diskutieren ähnliche Maßnahmen.

Rückgabe wird einfacher: Neue Regeln ab Juli 2026

Für Verbraucher wird die richtige Entsorgung künftig einfacher. Einweg-Vapes müssen als Elektroaltgeräte behandelt und entsprechend abgegeben werden – etwa bei Wertstoffhöfen, Elektro-Sammelstellen, in Supermärkten, Drogerien oder Elektronikfachmärkten. Neu ab Juli 2026: Jede Verkaufsstelle, die Einweg-Vapes anbietet, ist verpflichtet, alte Geräte kostenlos zurückzunehmen. Das gilt unabhängig davon, wo das Produkt ursprünglich gekauft wurde.

Vape-Shops müssen die leergerauchten Einweg-Varianten ab Juli 2026 annehmen und korrekt entsorgen.
Vape-Shops müssen die leergerauchten Einweg-Varianten ab Juli 2026 annehmen und korrekt entsorgen.Sabine Gudath/Imago

Mit der Überarbeitung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes sollen Rückgabestellen außerdem besser gekennzeichnet werden. Schon beim Kauf weisen Symbole darauf hin, dass die Geräte nicht in den Hausmüll gehören. Gleichzeitig soll geschultes Personal an Sammelstellen für mehr Sicherheit sorgen und so das Brandrisiko reduzieren.

Pfandsystem oder doch Mehrweg-Vapes?

Neben einem möglichen Verbot wird auch über ein Pfandsystem diskutiert. Die Idee: Beim Kauf zahlen Verbraucher einen Aufpreis, den sie bei Rückgabe zurückbekommen. Dadurch könnten mehr Geräte korrekt entsorgt und wertvolle Materialien recycelt werden. Eine Entscheidung dazu steht allerdings noch aus.

Wer dennoch nicht auf E-Zigaretten verzichten möchte, kann auf wiederaufladbare Modelle umsteigen. Diese sind langlebiger, verursachen weniger Müll und sind oft auch günstiger. Doch auch hier gilt: Am Ende müssen Akkus und Geräte fachgerecht entsorgt werden.

Vapen Sie? Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.