Einer Frau aus dem US-Bundesstaat Georgia drohen bis zu 75 Jahre Gefängnis, nachdem sie sich im Zusammenhang mit einer groß angelegten Betrugsserie bei den Einzelhandelsketten TJ Maxx, Marshalls und HomeGoods schuldig bekannt hat. Nach Angaben der Ermittler soll die Tätergruppe die Unternehmen um mehrere Hunderttausend Dollar geschädigt haben.
Betrügerin in Georgia vor Gericht
Sie soll TJX Companies, den Mutterkonzern hinter TJ Maxx und TK Maxx, im großen Stil betrogen haben: Santina Green, die auch unter dem Namen Santina Hill bekannt ist und aus Decatur im Bundesstaat Georgia stammt, legte vor Gericht jetzt ein sogenanntes „No Contest“-Geständnis ab. Dabei wird die Anklage nicht bestritten, ohne aber die Schuld ausdrücklich einzugestehen.
Die Vorwürfe umfassen organisierte Kriminalität, Verschwörung sowie Betrug. Die Verurteilung wurde vom Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Florida, James Uthmeier, bekannt gegeben.

„Diese Verurteilung zieht eine Betrügerin zur Verantwortung, die ein ausgeklügeltes kriminelles System leitete und über mehrere Bundesstaaten hinweg Hunderttausende Dollar erbeutete“, erklärte Uthmeier. Zugleich lobte er die Arbeit der Ermittler und Staatsanwälte, die den Betrugsring zerschlagen hätten.
Betrüger kassieren mehrfach Geld für denselben Kassenbon
Im Zentrum der Ermittlungen stand eine raffinierte Masche, die sich gegen Filialen der TJX-Unternehmensgruppe richtete. Dazu gehören die Handelsketten TJ Maxx, Marshalls und HomeGoods. Allein in Florida soll der Schaden mehr als 50.000 Dollar (rund 42.500 Euro) betragen haben. Insgesamt sprechen die Behörden von bis zu 300.000 Dollar (rund 255.000 Euro).
Laut Ermittlern kaufte die Gruppe zwischen November 2020 und Mai 2021 hochwertige Teppiche im Wert von 400 bis 1000 Dollar (rund 340 bis 850 Euro) in sogenannten Kombinationsfilialen der Kette. Anschließend wurden die Teppiche direkt zurückgegeben, während die Täter die Kassenbons behielten.

Mit diesen Belegen sollen die Verdächtigen später in anderen Filialen günstigere Teppiche zurückgegeben haben, die gar nicht von TJX stammten. Die Waren seien mit gefälschten Preiskennzeichnungen versehen worden, um wie Originalprodukte zu wirken. Auf diese Weise konnten die Täter mehrfach Rückerstattungen für denselben Kaufbeleg erhalten.
Ermittler decken Schwachstelle im System auf
Möglich wurde der Betrug offenbar durch Verzögerungen bei der Datenabstimmung zwischen verschiedenen Filialtypen des Unternehmens. Dadurch wurden die mehrfachen Rückzahlungen zunächst nicht erkannt.
Die Ermittler identifizierten neun Debitkarten, die mit insgesamt 84 betrügerischen Transaktionen allein in Florida in Verbindung gebracht wurden. Green wurde laut Staatsanwaltschaft unter anderem durch Ausweisdokumente, verschiedene Aliasnamen, Überwachungsvideos aus den Geschäften, Rückgabedaten sowie Bankunterlagen als Hauptverdächtige identifiziert.

Während des Prozesses sagten Zeugen aus mehreren Regionen und sogar aus England aus. Die Staatsanwaltschaft zog Personen aus Massachusetts, Virginia sowie mehreren Bezirken in Florida hinzu.
Urteil fällt Anfang August
Die betrügerischen Aktivitäten sollen bis April 2021 angedauert haben. Das Strafmaß steht bislang noch aus. Die Urteilsverkündung ist für den 3. August 2026 angesetzt.
Sollte das Gericht den Vorwürfen in vollem Umfang folgen, drohen der Angeklagten bis zu 75 Jahre Haft. Damit könnte einer der größten bekannten Rückerstattungsbetrugsfälle gegen die TJX-Handelsgruppe ein drastisches juristisches Nachspiel haben.


