Computertomografie-Aufnahmen von einem Gehirn Imago Images

Noch immer tappen Wissenschaftler hinsichtlich der Langzeitfolgen von Covid-19 im Dunkeln. Doch eine neue Studie im Fachjournal Alzheimers & Dementia lässt Schlimmes befürchten. Diese stellte bei älteren Patienten größere Gehirnschäden durch Corona als durch Alzheimer fest.

Ein Team der NYU Grossman School of Medicine hatte die Krankenakten von 251 Covid-Patienten analysiert, die in den ersten Monaten der Pandemie 2020 ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Das Durchschnittsalter betrug zwar 71 Jahre, doch alle Patienten waren vorher bei guter Gesundheit gewesen und hatten keine Anzeichen von Demenz oder Gedächtnisprobleme gehabt. Die Hälfte von ihnen hatte durch Covid neurologische Probleme bekommen.

Corona verursacht größere Hirnschäden

Diese reichten von Verwirrung bis Koma. Das Team von Studienleiterin Dr. Jennifer Frontera maß bei diesen dann die Anzahl von Blutprotein-Markern, die ansteigen, wenn ein Mensch neurologische Schäden erleidet. Sie waren bei den Covid-Patienten mit neurologischen Symptomen um über 60 Prozent höher als bei denjenigen ohne Symptome. Bei den Patienten, die ihre Covid-Erkrankung nicht überlebten, war der Wert sogar im Schnitt um 124 Prozent höher.

Neuronen, die von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind Imago Images

Die Daten verglich die Neurologin dann mit den Blutmarker-Werten von 54 Demenzpatienten im fortgeschrittenen Zustand und 53 Alzheimerpatienten im mittleren Stadium, die sie in ihrem Krankenhaus betreute. Dr. Frontera: „Sieben der Biomarker waren bei den Covid-Patienten in einigen Fällen fast doppelt so hoch als bei den Alzheimer-Patienten. Das bedeutet, dass ihr Hirnschaden zu diesem Zeitpunkt auch höher war.“

Ihr Co-Studienleiter Dr. Thomas Wisniewski, Direktor für Kognitive Neurologie an der Uniklinik NYU Langone: „Was uns noch größere Sorgen bereitet, ist, dass bei den überlebenden Covid-Patienten mit den Hirnschäden das Risiko auf Alzheimer und Demenz stark erhöht wird. Es wäre wichtig, dass diese Menschen besonders gut von ihren Neurologen beobachtet werden!“