Viele fürchten sich davor, dass sie im Alter durch Krankheiten kein eigenständiges Leben mehr führen können. imago/photothek

Es sind zwei Begriffe, die mit großer Angst behaftet sind: Alzheimer und Demenz. Viele Menschen fürchten sich davor, dass das Älterwerden auch mit großen geistigen Einschränkungen einhergeht, die das selbstständige Leben unmöglich machen. Wichtig ist, da sind sich Mediziner einig, dass die Erkrankungen frühzeitig erkannt werden. Hier kommt der große Selbsttest: So können Sie erkennen, ob Sie eventuell zu den Betroffenen gehören könnten.

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Aber: Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer? Die beiden Begriffe werden oft miteinander verwechselt, sagt auch Prof. Oliver Peters, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité in Berlin, in einem Interview mit dem „RND“. „Demenz hat viele Ursachen, Alzheimer ist die häufigste“, sagt er.

Demenz früh erkennen: Bei diesen Anzeichen sollten Sie zum Arzt gehen

Das bedeutet: Bei Demenz liegen geistige Einschränkungen vor, die ein selbstbestimmtes Leben nur noch schwer möglich machen. Ursachen gibt es viele. Eine ist die Krankheit Alzheimer – sie sorgt dafür, dass immer mehr Nervenzellen im Gehirn absterben.

Früherkennung ist wie bei vielen Krankheiten besonders wichtig. „Eine Vorstellung beim Arzt ist generell geboten, wenn die Gedächtnisstörungen neu auftreten und anhalten oder wenn für den Betroffenen wichtige Dinge vergessen werden“, sagt Prof. Janine Diehl-Schmid vom Klinikum rechts der Isar in München. Auch Orientierungsschwierigkeiten können ein Warnsignal sein – oder die Tatsache, dass Gesprächsinhalte immer wieder wiederholt werden, ohne dass sich die Betroffenen daran erinnern können.

Demenz frühzeitig erkennen: Mit diesem Selbsttest können Sie sich prüfen

Die Alzheimer-Forschung Deutschland e.V. hat für die Erkennung einen Test entwickelt, bei dem zehn Fragen mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden sollen. Probieren Sie es aus!

1. Passiert es Ihnen häufig, dass Sie wichtige Termine vergessen und beispielsweise Notizen brauchen, um Ihren Alltag zu organisieren?

2. Fällt es Ihnen schwer, den Alltag vorausschauend zu planen?

3. Fällt es Ihnen schwer, alltägliche Aufgaben auszuführen oder sich an die Abläufe von Aufgaben, die häufig ausgeführt werden müssen, zu erinnern?

4. Haben Sie Probleme, sich zu orientieren, auch in vertrauter Umgebung?

5. Haben Sie Schwierigkeiten damit, eigentlich vertraute Gesichter wiederzuerkennen?

6. Haben Sie Probleme damit, aktiv Unterhaltungen zu folgen?

7. Passiert es Ihnen, dass Sie Gegenstände verlegen – auch an eher ungewöhnliche Orte, weil Sie sich nicht erinnern können, wozu die Gegenstände eigentlich gedacht sind?

8. Fällt es Ihnen schwer, in alltäglichen Situationen Entscheidungen zu treffen, beispielsweise die richtige Kleidung für entsprechendes Wetter zu wählen?

9. Ziehen Sie sich aus Ihrem sozialen Umfeld zurück?

10. Leiden Sie an Stimmungsschwankungen oder haben Sie sogar den Eindruck, dass sich Ihre Persönlichkeit verändert?

Auf der Seite der Alzheimer-Forschung Deutschland heißt es: „Sollten Sie eine oder mehrere der zehn Fragen mit Ja beantwortet haben, könnte das ein Anzeichen für eine beginnende Demenz sein und Sie sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen.“ Der erste Ansprechpartner sei in der Regel der Hausarzt.

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„In begründeten Fällen wird dieser Sie zu einem Neurologen, Psychiater oder zu einer Gedächtnissprechstunde überweisen. Erst dort können Experten mithilfe verschiedener Untersuchungen und Testverfahren eine sichere Diagnose stellen.“ Allerdings sei auch Vorsicht geboten: „Es ist keine einfache Aufgabe, normale altersbedingte Veränderungen von Krankheitssymptomen zu unterscheiden. Ein Selbsttest aus dem Internet kann darum niemals die Frage beantworten, ob eine Erkrankung die Ursache für die Beschwerden ist.“