Shalomah stammt aus einer Sektenfamilie, lebt aber seit 2013 bei Pflegeeltern. Nun ist sie verschwunden. Polizei

Am Samstag verschwand die 11 Jahre alte Shalomah aus dem bayerischen Holzheim im Landkreis Dillingen. Rund 100 Kräfte der Polizei waren mit der Suche nach dem Mädchen beschäftigt, dass eigentlich nur joggen gehen wollte und nie zurückkehrte. Nun meldete sich laut Medienberichten die dubiose Sekte „Zwölf Stämme“. Das Kind sei bei ihnen.

Shalomah ist offenbar bei der Prügel-Sekte „Zwölf Stämme“

Das Shalomah bei der Sekte sein könnte, hatte die Polizei im Vorfeld bereits vermutet. Die Elfjährige lebt bei Pflegeeltern ihre leiblichen Eltern sind Mitglieder der „Zwölf Stämme“-Sekte. In dieser wurden die Kinder zuhause unterrichtet und mit der Rute gezüchtigt. Nach einer Razzia im Jahr 2013 wurden den Eltern in der Sekte das Sorgerecht für rund 40 minderjährige Kinder entzogen, weil Gewalt zu den Erziehungsmethoden gehörte. Unter den Kindern war auch Shalomah.

Mehrere Sektenmitglieder kamen damals vor Gericht. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sah den Sorgerechtsentzug als berechtigt an.

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Einige Kinder kehren jedoch inzwischen in die Gemeinschaft zurück. Entweder, weil sie volljährig wurden und selbst entscheiden konnten, wo sie leben. Andere klagten erfolgreich gemeinsam mit ihren Eltern, damit sie zurück zur Sekte kehren konnten.  Seit 2017 agieren die „Zwölf Stämme“ von Tschechien aus, da dort die körperliche Bestrafung von Kindern nicht grundsätzlich verboten ist.

Sekte schrieb Mail an die Pflegeeltern: Shalomah geht es gut

Und nun soll sich die Sekte die elfjährige Shalomah also wieder zurückgeholt haben. Das behaupten Mitglieder zumindest selbst in einer Mail an den Pflegevater des Mädchens. In der Nachricht, die laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) mit „Freunde von Levi“ unterschrieben ist, heißt es, Shalomah gehe es gut, sie sei bei ihren Eltern. Niemand müsse sich Sorgen machen.

Nach dem Sorgerechtsentzug hatten Shalomahs leibliche Eltern immer den Kontakt zu ihrer Tochter gehalten. Den letzten Besuch hatte es laut BR im September gegeben. 

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Die Polizei hat nach diesem Hinweis die Suche nach Shalomah eingestellt. Wie sie und das Jugendamt nun im Fall des Mädchens vorgehen werden, ist unklar. Ein Polizeisprecher sagte aber der Bild: „Sollte sich bestätigen, dass die leiblichen Eltern das Mädchen tatsächlich mitgenommen haben, dann handelt es sich um eine Kindesentziehung. Die Hinweise verdichten sich.“ Der genaue Aufenthaltsort des Mädchens ist laut Polizei noch unbekannt.