Polizisten stehen vor der Regionalbahn, in der sich die Attacke ereignete. dpa/Ralf Roeger

Panik um kurz vor acht Uhr am Freitag in einem Regionalexpress, der gerade den Bahnhof von Herzogenrath in Richtung Aachen verlassen hat. In diesem Moment zückt ein 31-jähriger Iraker am Freitag ein Messer und sticht wahllos auf seine Mitreisenden ein. Am Ende sind fünf von ihnen verletzt.

Der Täter kam als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Für die Behörden ist er kein Unbekannter. Nach einem Hinweis des Flüchtlingsheims, in dem er damals lebte, war er 2017 als „Prüffall Islamismus“ eingestuft worden. Er hatte sich von den Mitbewohnern isoliert, stark verändert und einen Bart wachsen lassen. „Wir müssen von einer Amoktat ausgehen“, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf.

Unter den Reisenden ist am Freitag auch ein 60-jähriger Bundespolizist in Zivil. Gemeinsam mit zwei anderen Passagieren kann er den Messerstecher überwältigen und festhalten.

Großalarm wird ausgelöst. 200 Einsatzkräfte eilen zum Ort des Geschehens. Der Zug stoppt auf freier Strecke und der Täter wird, von den Ermittlern in einen weißen Overall gehüllt, abgeführt.

Polizisten führen den Täter ab. Der Mann hatte in einer Regionalbahn bei Aachen auf Reisende eingestochen. dpa/Ralf Roeger

Verletzte erlitten Schnittwunden an Kopf und Gesicht

Die Verletzten haben überwiegend Schnittwunden erlitten, auch am Kopf und im Gesicht, aber niemand schwebt in Lebensgefahr. Vier Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht. Unter den Verletzten ist auch der Bundespolizist. Der Täter ist ebenfalls verletzt, aber eher leicht. Dass er trotzdem ins Krankenhaus gebracht wird, hat einen anderen Grund: Er hat Fieber.

„Das war eine grausame Tat, die in einem Akt enormen Mutes gestoppt werden konnte“, sagt der Minister. Seit seiner Einstufung als Prüffall sei der Angreifer nicht mehr auffällig geworden, betont der Minister. Allerdings werde das nun noch einmal überprüft, denn er habe verschiedene Namen verwendet.

„Es gilt jetzt zu ermitteln, inwieweit tatsächlich ein islamistisches Motiv vorgelegen hat“, sagt Reul.