39 Menschen erstickten qualvoll in Laster

Schlepper zu zwölf Jahren und sieben Monaten Knast verurteilt

Nach dem qualvollen Erstickungstod von 39 Flüchtlingen in einem Laster auf dem Weg nach England ist ein Schlepper zu 12 Jahren und 7 Monaten Haft verurteilt worden.

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Polizisten und Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten an dem LKW, in dem 39 Leichen gefunden wurden.
Polizisten und Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten an dem LKW, in dem 39 Leichen gefunden wurden.Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

Nach dem Erstickungstod von 39 Vietnamesen in einem Laster auf dem Weg nach England ist ein Schlepper zu zwölf Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden.

Der 50 Jahre alte Mann aus Rumänien hatte sich vor Gericht in London des Totschlags sowie der Beihilfe zur illegalen Einreise schuldig bekannt, wie die britische Nachrichtenagentur PA am Dienstag berichtete. Der Fall hatte 2019 weltweit Schlagzeilen gemacht. Der Mann war nach Rumänien geflohen, wurde vergangenes Jahr aber festgenommen und ausgeliefert. Der Anklage zufolge war er die „rechte Hand“ des Chefs der Schlepperbande, ebenfalls ein Rumäne.

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Migranten zahlten 14.000 Euro für die gefährliche Überfahrt

Die Toten waren im Oktober 2019 im luftdichten Anhänger eines Sattelschleppers in der Grafschaft Essex östlich von London entdeckt worden. Das jüngste Opfer war 15 Jahre alt. Aus dem Inneren des Anhängers schickten die Migranten herzzerreißende Nachrichten an ihre Verwandten.

Der Laster war mit einer Fähre aus Belgien nach England gekommen. Die Migranten zahlten jeweils 13 000 Pfund (etwa 14 000 Euro) für die Überfahrt. Im Zusammenhang mit dem Fall wurden bereits vergangenes Jahr vier Männer zu 13 bis 27 Jahren Haft verurteilt. Weitere Verurteilungen gab es in Belgien.

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