Lebensgefahr

Flut-Horror in China: Hunderte Schlangen entkommen aus Zuchtfarm

Nach schweren Überschwemmungen in China sind Hunderte Schlangen entkommen. Darunter auch hochgiftige Kobras.

Author - Stefan Doerr
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Cobras sind aus Zuchtfarmen entkommen.
Cobras sind aus Zuchtfarmen entkommen.Depositphotos/Imago

Die schweren Überschwemmungen im Süden Chinas haben eine ungewöhnliche und gefährliche Folge: Hunderte Schlangen sind aus überfluteten Zuchtfarmen entkommen, darunter auch hochgiftige Kobras.

Menschen fangen Giftschlangen mit bloßen Händen

Besonders betroffen ist die Stadt Hengzhou in der autonomen Region Guangxi. Nach tagelangem Starkregen und den Auswirkungen des Taifuns Maysak wurden mehrere Schlangenzuchtfarmen vom Hochwasser überschwemmt. Freiwillige und Einsatzkräfte suchen seitdem in den überfluteten Gebieten nach den entkommenen Tieren.

Videos von staatlichen Medien zeigen Anwohner, die mit Keschern Schlangen aus den Fluten fangen. In einer Aufnahme ragt der Kopf einer Kobra aus einer braunen Flutwelle hervor. Die Bilder verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken.

Nach Berichten lokaler Medien gehören zu den ausgebrochenen Tieren Wasserschlangen, Königsrattenschlangen und Kobras. Für viele Bewohner sind die Reptilien inzwischen zu einer zusätzlichen Gefahr geworden.

Bewohner von Schlangen gebissen

„Hunderte Schlangen entkamen auf einmal. Ich habe fünf oder sechs gesehen", sagte ein Schlangenbiss-Opfer in einem örtlichen Krankenhaus gegenüber Beijing News. Der Dorfbewohner berichtete, er sei von einer Kobra gebissen worden, als er Trümmer im Erdgeschoss seines Hauses beseitigte.

Auch ein örtlicher Arzt bestätigte gegenüber der Zeitung, seit dem Eintreffen des Taifuns mehrere Patienten mit Schlangenbissen behandelt zu haben. Aus Sorge vor weiteren Vorfällen veröffentlichten Experten Notfallhinweise zum Umgang mit Schlangenbissen.

Während die Menschen gegen die Folgen der Naturkatastrophe kämpfen, verschärft sich die Lage in Guangxi weiter. Mehrere Dörfer standen weiterhin unter Wasser oder waren von den Fluten eingeschlossen.

Mindestens 39 Menschen kamen bei der Flutkatastrophe ums Leben, mehr als 50.000 mussten ihre Häuser verlassen. Allein beim Bruch eines Staudamms nahe dem Dorf Liulan starben demnach 26 Menschen.

Auch in anderen Teilen Chinas hinterließen die Extremwetterereignisse schwere Schäden. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, dass ein Erdrutsch in der zentralchinesischen Provinz Gansu 21 Menschen das Leben kostete. Zudem starben mindestens elf Menschen bei Gewittern und Tornados in der Provinz Hubei.