Auf Günther war am 4. März 2018 ein Anschlag verübt worden: Zwei Männer lauerten dem Manager in der Nähe seines Privathauses in Haan bei Düsseldorf auf und übergossen ihn mit hoch konzentrierter Schwefelsäure.
Günther wurde dabei schwer verletzt, Augenlider und Teile seiner Gesichtshaut mussten transplantiert werden. Der Manager war damals Finanzchef des Energiekonzerns Innogy, der wenige Tage später vom Eon-Konzern übernommen wurde. Heute ist er Manager bei dem finnischen Energieversorger Fortum mit mehr als 19.000 Mitarbeitern.
Drei Männer sollen das brutale Säure-Attentat begangen haben
Für den Säureanschlag ist der zweite mutmaßliche Täter zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Wuppertal sprach den 36-Jährigen am Montag wegen schwerer Körperverletzung schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft beantragt. Die Verteidiger hatten einen Freispruch gefordert.
Ein Täter mit belgischem Pass ist wegen des grausamen Angriffs bereits rechtskräftig zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Bei dem jetzt in erster Instanz verurteilten Mann soll es sich um dessen Komplizen handeln.
Verteidiger forderten Freispruch für den zweiten Mann
Der Manager hatte jedoch ausgesagt, den 36-Jährigen auf Fotos wiedererkannt zu haben. Die Verteidiger äußerten aber Zweifel, ob Günther den Mann tatsächlich wiedererkannt habe.
Einem anonymen Hinweisgeber, der fast 200.000 Euro Belohnung kassiert hatte, sei es zudem erkennbar nur ums Geld gegangen. Die Verteidiger kritisierten zudem, Günthers Aussagen seien nicht frei von Widersprüchen gewesen. „Er hat schon ein starkes Begehren, dass jemand für die Tat verurteilt werden muss.“


