Bei dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana (Schweiz) sind 40 Menschen ums Leben gekommen. Fast 120 Überlebende erlitten teils schwere Verletzungen und werden auch in Berliner Kliniken behandelt. Nun belasten neue Erkenntnisse den Betreiber schwer: Jacques M. sitzt in Untersuchungshaft – und gab gegenüber den Ermittlern unfassbare Details preis.
Betreiber wechselte die Deckenverkleidung
Nach Recherchen des Schweizer Rundfunks RTS erklärte der Betreiber der Unglücks-Bar „Le Constellation“, dass die im Untergeschoss gelegene Notausgangstür von innen verschlossen gewesen sei. Zudem gab er zu, eigenhändig den Akustikschaumstoff an der Deckenverkleidung gegen handelsüblichen Schaumstoff aus dem Baumarkt getauscht zu haben. Der Schaumstoff sorgte dafür, dass sich das Feuer in der Silvesternacht schnell ausbreitete.
Dem Bericht zufolge schilderte Jacques M., der erst nach dem Brand am Unglücksort eintraf, er habe die Tür von außen geöffnet und mehrere leblose Körper direkt davor gefunden. Er habe nicht gewusst, warum der Ausgang blockiert gewesen sei. Ob diese Darstellung zutrifft, ist jetzt Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Vielen Barbesuchern blieb der Fluchtweg versperrt
Fest steht: Mehrere Barbesucher versuchten beim Ausbruch des Feuers über genau diesen Notausgang zu fliehen. Weil die Tür jedoch verschlossen war, blieb ihnen der Fluchtweg versperrt – sie kamen ums Leben.
Sollte die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss kommen, dass das Betreiberpaar Jacques und Jessica M. eine Mitverantwortung für die Verriegelung der Tür trägt, könnten die bisherigen Vorwürfe rechtlich neu bewertet werden. Sollten sie davon gewusst und das tödliche Risiko bewusst in Kauf genommen haben, dann drohen Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren. Bis zum Abschluss der Untersuchungen gilt die Unschuldsvermutung.



