Tragischer Unfall

Tragödie an Tram-Haltestelle: Mutter opfert ihr Leben für Kind

Die 45-Jährige versuchte, ihr Kind vor der einfahrenden Straßenbahn zu retten.

Author - Stefan Doerr
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Das Unglück geschah an einer Haltestelle der Kastanienstraße in Magdeburg.
Das Unglück geschah an einer Haltestelle der Kastanienstraße in Magdeburg.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Dramatische Szenen am Samstagabend in Magdeburg in Sachsen-Anhalt: Eine Mutter rettet ihr Kind in letzter Sekunde aus dem Gleisbett einer einfahrenden Straßenbahn. Das Kind überlebt. Für die Frau selbst kommt jede Hilfe zu spät.

Mutter stieß ihr Kind aus dem Gleisbett

Das Unglück passiert an der Haltestelle Kastanienstraße im Stadtteil Neue Neustadt. Plötzlich läuft eines der Kinder der 45-Jährigen auf die Gleise. Genau in dem Moment, als eine Straßenbahn in die Haltestelle einfährt.

Die Mutter reagiert sofort. Sie rennt hinterher, springt ins Gleisbett und versucht, das Kind wegzuziehen. In letzter Sekunde gelingt es ihr, sie schafft es, das Kind aus dem Gefahrenbereich zu stoßen.

Doch dann passiert das Unfassbare. Die Frau verliert das Gleichgewicht, stürzt und gerät unter die Straßenbahn. Für sie endet der Rettungsversuch tödlich. Sie erliegt noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Ihr Kind bleibt unverletzt.

Im Dunkeln kam es auf einem Feldweg zu einem fatalen Zusammenstoß. (Symbolfoto)
Im Dunkeln kam es auf einem Feldweg zu einem fatalen Zusammenstoß. (Symbolfoto)Jonas Walzberg/dpa

Für ihre Kinder und Augenzeugen des Unfalls sind die Minuten nach dem Unglück kaum zu ertragen. Mehrere Notfallseelsorger kümmern sich vor Ort um Betroffene. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und versucht nun zu klären, wie genau es zu dem tragischen Unfall kommen konnte.

Zweiter tragischer Tod in Hessen

Es ist nicht das einzige schicksalschwere Unglück an diesem Samstag. Auch im hessischen Kirchheim endet ein Zusammenstoß tödlich. Im Ortsteil Willingshain im Kreis Hersfeld-Rotenburg kommt am Abend ein 30-jähriger Mann ums Leben. Die Polizei spricht von „einem besonders tragischen Unfall“.

Der Mann ist mit einem Freund im Dunkeln auf einem Feldweg unterhalb des Eisenbergs unterwegs. Laut Polizei läuft der 30-Jährige ein Stück voraus. Der hinter ihm fahrende 24-jährige Radfahrer bemerkt ihn offenbar zu spät.

Auf dem dunklen Weg kommt es gegen 20.50 Uhr zum heftigen Zusammenstoß. Der Aufprall ist so stark, dass der 30-Jährige lebensgefährliche Verletzungen erleidet. Trotz Reanimationsversuchen stirbt er noch am Unfallort.

Der 24-jährige Radfahrer wird schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Beide Männer stammen aus Oberaula im Schwalm-Eder-Kreis. Ein Gutachter soll nun klären, wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte.

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