CDU-Politikerin Karin Prien ist Bildungsministerin in Schleswig-Holstein.
CDU-Politikerin Karin Prien ist Bildungsministerin in Schleswig-Holstein. dpa

Die Corona-Zahlen in Deutschland überschlagen sich jeden Tag aufs Neue. Am Samstagmorgen wurde in Deutschland eine 7-Tage-Inzidenz von 1474 gemeldet - einmal mehr ein Rekord. Treiber dieser Zahlen sind seit Wochen Kinder im Kita- und Grundschulalter. Der Grund ist recht einleuchtend: Für viele von ihnen gibt es noch nicht oder erst seit Kurzem die Möglichkeit einer Impfung. Hinzukommt, dass viele von ihnen keine Maske tragen oder Abstand halten müssen - und, dass es noch immer keine ausreichenden Konzepte gibt, diese Kinder zu schützen.

Karin Prien: Eltern und Schüler fühlen sich verhöhnt

Viele Minderjährige forderten jüngst auf Twitter unter dem Hashtag #Wirwerdenlaut, nun endlich ein Umdenken und Hygiene-Konzepte für Schulen, damit es nicht zur Durchseuchung einer ganzen Generation kommt. Im Rahmen dieser Diskussion behauptete CDU-Bundesvorständin Karin Prien, dass Corona für Kinder keine Gefährliche Krankheit sei. Als sie auf Twitter mit Todeszahlen konfrontiert wurde, ließ sie den unsensiblen Tweet los: „Bitte differenzieren: Kinder sterben. Das ist extrem tragisch. Aber sie sterben mit COVID_19 und nur extrem selten wegen COVID_19.“ Der Shitstorm kam prompt.

Auf Twitter forderten zahlreiche User den Rücktritt von Karin Prien

Am Freitagabend und Samstagmorgen fanden sich unter dem Hashtag #Prienrücktritt zahlreiche Twitter-User, die den Rücktritt der CDU-Politikerin forderten, die in Schleswig-Holstein auch Bildungsministerin ist. Lange hielt sich der Hashtag auf Platz 1 der Twitter-Trends.

„Politiker:innen, die dem Sozialdarwinismus anhägen, sehen das schon so“, schrieb beispielsweise ein User. Ein anderer, der laut seiner Beschreibung Schulsprecher ist, schrieb: „Ich als Schüler habe eher weniger Lust, mit oder an Corona zu sterben. Vielleicht bin ich aber auch ein Einzelfall?!“ Und eine dritte meinte: „Die Eltern von verstorbenen oder langzeiterkrankten Kindern sind durch Ihre warmherzigen Worte sicher alle sehr getröstet. Sie sind eine Fehlbesetzung für dieses Amt.“

Tatsächlich haben Kinder und Jugendliche laut der bisher zur Verfügung stehenden Daten ein vergleichsweise niedriges Risiko, am Coronavirus zu sterben. Die Fälle gibt es dennoch. Allein in Berlin starben seit Pandemie-Beginn 21 Kinder und Jugendliche gesichert im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In anderen Städten sieht es ähnlich aus.

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Hinzu kommt das noch immer nicht endgültig abzuschätzende Risiko von Long-Covid, also Symptomen weit über die eigentliche Infektion hinaus. Die Zahl der Fälle dürfte auch hier mit zunehmender Durchseuchung weiter ansteigen.