Eine neue Analyse aus Spanien löst Besorgnis aus: Meteorologen sind im Netz immer mehr Hass und Hetze ausgesetzt. Die spanische Umweltministerin Sara Aagesen warnt vor Belästigungskampagnen. Das Erlebnis ist auch Meteorologen hierzulande nicht fremd. Als der KURIER bei Wetterexperten Karsten Brandt nachfragt, sagt der ohne zu zögern: „Das würde ich so bestätigen, auf jeden Fall.“
Meteorologen bekommen auf Social Media „ordentlich was zu hören“
„Meteorologen sind auch so wie Ärzte dafür da, Schaden abzuwenden“ – so versteht Karsten Brandt seinen Beruf. „Wir wollen, dass Leute so gut wie möglich vorbereitet sind, dass sie sich nicht verletzen – das ist das, wofür ich morgens aufstehe.“ Doch seit es die sozialen Medien gibt, sei die Trennung zwischen Meteorologen nicht mehr so stark, jeder erreichbar – da kriege man schon mal „ordentlich was zu hören.“

Gerade in den letzten Jahren erlebt Brandt einen Anstieg an Aggression auch gegen ihn. „Weil man ja auch eine polarisierte Gesellschaft hat“, erklärt er, „da wird dann aus jeder Farbe auf der Wetterkarte, aus jeder Äußerung ein politisches Statement.“
Auslöser seien die Themen Luftqualität, Feinstaub, Kondensstreifen (wegen diverser Verschwörungstheorien) und natürlich alles rund um den Klimawandel. Mindestens unbewusst beeinflusse Brandt das auch: „Man überlegt da schon dreimal und verzichtet dann lieber“, darüber zu reden.
Hass gegen Meteorologen wegen Schneesturm „Elli“
Großes Thema war zum Beispiel die Schneelage vor wenigen Tagen – als Meteorologen auf die möglichen Gefahren des Schneesturms „Elli“ hinwiesen, die dann hinter den Erwartungen zurückblieben. Auch Brandt habe „eine Menge Prügel“ dafür gekriegt. Hinter seiner Vorhersage steht er trotzdem: „Gucken Sie sich mal die Statistiken der Krankenhäuser an: wie viele Knochenbrüche, wie viele Verletzungen – das war eine sehr gefährliche Zeit. Wenn wir jetzt da nichts gesagt hätten, wär’s ja auch vielleicht viel schlimmer gekommen.“


