Es gibt Unfälle, über die man eigentlich lachen müsste, wenn sie nicht so furchtbar tragisch wären – dieser hier gehört ohne Frage dazu. In Groß Kiesow in Mecklenburg-Vorpommern ist ein 21 Jahre alter Mann von einem Zug erfasst worden, nachdem er seinen Hintern rausgestreckt hatte. Der skurrile Unfall hatte Folgen: Er selbst musste mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden – und in der Folge fuhren zwölf Züge insgesamt 465 Minuten Verspätung ein.
Zug erfasst Hintern: Was geschah in Groß Kiesow?
Wie kann denn das passieren? Die Bundespolizei hat den schrägen Vorfall in Groß Kiesow in Mecklenburg-Vorpommern rekonstruiert. Offenbar geriet der 21 Jahre alte Franzose mit seiner Freundin in einen Streit. Der junge Mann soll sich daraufhin auf die Gleise der Bahn begeben haben. Der Zugführer eines einfahrenden Regionalzuges bemerkte es, leitete eine Schnellbremsung ein und warnte bei der Einfahrt in den Bahnhof per Signal.
Doch der Franzose sprang offenbar nicht beiseite, sondern streckte seiner Freundin den Po raus. Das allein ist noch nicht so schlimm, aber: Er streckte damit „seinen Hintern in den Gefahrenbereich“, teilte die Bundespolizei schnöde mit. Die Geste diente scheinbar der „Demonstration/ Untermalung seiner Meinung im Streit mit der ihn begleitenden Französin“ – und hatte schwere Folgen: Der junge Mann wurde von dem Regionalzug angefahren und in Richtung eines Zauns geschleudert. Er verletzte sich dabei schwer.

„Der Zug kam auf halber Bahnsteiglänge zum Stehen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. „Nach Rücksprache mit den Ersthelfern und Inaugenscheinnahme des Ereignisortes fuhr der Triebfahrzeugführer den Zug auf den gesamten Bahnsteig und machte somit den Bahnübergang frei.“ Es warteten bereits Menschen am Bahnübergang, die die Erstversorgung des Verletzten übernahmen. Innerhalb kurzer Zeit rückten auch die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes an.
Zug-Opfer wurde ins Klinikum Greifswald geflogen
Der Franzose wurde ins Klinikum Greifswald geflogen und dort behandelt. Die anderen Reisenden wurden nicht verletzt – und konnten ihre Fahrt mit dem nächsten Zug fortsetzen. Für eine knappe Stunde musste allerdings die gesamte Strecke gesperrt werden, weshalb zwölf Züge eine Verspätung von insgesamt 465 Minuten sammelten.


