Es hätte ein Tag der Aufklärung über extreme Hitze werden sollen. Doch das Wetter hatte andere Pläne. Am Mittwoch, dem 10. Juni, fiel der Hitzeaktionstag 2026 im Landkreis Ebersberg buchstäblich ins Wasser. Bei Temperaturen zwischen 13 und 14 Grad und anhaltenden Regenschauern sagte das Landratsamt die Veranstaltung kurzerhand ab.
Landkreis nimmt es mit Humor
Die offizielle Begründung des Landkreises bei X ließ dabei an Selbstironie nichts zu wünschen übrig: „Aufgrund des aktuellen Wetters fällt der Hitzeaktionstag heute leider aus. Ein neuer Termin wird noch bekannt gegeben. Und ja … wir sind uns der Ironie bewusst."
Unter dem Motto „Hitze – na und? Sprechen wir darüber!" hatte das Landratsamt zusammen mit dem Ebersberger Klima-Bündnis von 14 bis 17 Uhr vor der Energieagentur in Ebersberg zu einem Informationsnachmittag eingeladen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich über die wachsenden Herausforderungen extremer Hitze informieren können, Experten befragen und praktische Tipps für Wohnen und Alltag mitnehmen. Themen wie Gesundheit, Ernährung, Arbeitsschutz und Artenvielfalt standen auf dem Programm.

So kurios die Absage auch wirkt, das Thema dahinter ist es nicht. Laut einer RKI-Analyse starben in den Jahren 2023 und 2024 jeweils rund 3.000 Menschen in Deutschland hitzbedingt. Das Robert Koch-Institut registrierte allein 2025 rund 2.500 Hitzetote in Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst weist darauf hin, dass sich Deutschland bereits um durchschnittlich 2,5 Grad erwärmt hat.
3.000 Hitzetote pro Jahr: Warum das Thema ernst ist
Hitze gilt laut Bundesgesundheitsministerium als das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Das Robert Koch-Institut schätzte für die Sommer 2023 und 2024 jeweils rund 3.000 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland. Im besonders heißen Sommer 2022 waren es sogar rund 4.500. Den größten Anteil bilden Menschen ab 75 Jahren, aber betroffen sind längst nicht mehr nur ältere oder vorerkrankte Personen.


